Nach EU-Gipfel
Topbanker befürchten „Rettungsschirm light“

Experten befürchten nach den Ergebnissen des EU-Gipfels ein Fass ohne Boden. Europa dürfe den Rettungsfonds nicht nach politischer Wetterlage ändern. Denn so könnte der Fonds seine Glaubwürdigkeit verlieren.
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FrankfurtTopbanker und Bankenverbandschefs reagieren kritisch auf die Ergebnisse des jüngsten Europa-Gipfels. Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) sagte dem Handelsblatt (Montagsausgabe), zum erstmals möglichen Weg, angeschlagene Banken in Europa über den Rettungsfonds ESM direkt mit Kapital zu versorgen: „Wir müssen aufpassen, dass das nicht ein Fass ohne Boden wird.“ Die Rekapitalisierung von Krisenbanken über den ESM sei auch rechtlich noch einmal zu überprüfen. „Sie darf vor allem nicht zu immer größeren Risiken für die deutschen Steuerzahler führen. Das gleiche gilt für den Kauf von Staatsanleihen durch den Rettungsfonds.“

Er bekommt Unterstützung von Stefan Winter, dem Chef des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland, der davor warnt, dass die „Anstrengungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten nicht abnehmen dürfen, die notwendigen Strukturmaßnahmen vorzunehmen“. Gleichzeitig dürfe nicht der Eindruck aufkommen, Europa ändere den Rettungsfonds je nach politischer Großwetterlage. Sonst verliere der Fonds seine Glaubwürdigkeit. Und auf diese sei er angewiesen, da auch der Rettungsfonds sich refinanzieren müsse.

Für Andreas Schmitz, Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, droht „ein Rettungsschirm light“, da Hilfsgelder ohne umfassende Kontrollmöglichkeiten gewährt werden könnten. „Direkte Hilfen des europäischen Rettungsschirms ESM an Banken in einzelnen Staaten sind nur zu verantworten, wenn eine funktionierende, schlagkräftige einheitliche europäische Aufsicht arbeitet und das Ganze mit Argusaugen überwacht.“

Kommentare zu " Nach EU-Gipfel: Topbanker befürchten „Rettungsschirm light“"

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  • @ Stubi

    Stimmt schon, es sind ja jetzt ausländische Banken, bei denen sich die deutschen Institute vermutlich schon zurückgezogen haben. OK, also richtige Warnung mit falscher Begründung ;-)

  • Da gibt es aber auch Top-Banker und Großaktionäre, bei denen
    am Freitag der Kursanstieg ihrer Aktien mit Sekt und Kaviar gefeiert wurde. Die besorgten Reden aus dem Fenster raus haben leider oft nur Alibi-Charakter

  • Wie ich schon bei den Wirtschaftsnachrichten zum Ausdruck brachte. Europa wird für die Steuerzahler zum Fass ohne Boden. Auch das ESM Ermächtigungsgesetz wird den Crash des euro nicht verhindern. Die Zahl der Staaten und Banken die unter diesen wollen mehren sich zusehens. Die Verarmung des deutschen Volkes ist mit dem Votum zum ESM Vertrag durch die Abgeordneten des Bundestages zementiert worden.
    Spätestens wenn Deutschland am Ende ist, wird es keinen Schirm mehr geben u. der Point of no Return ist erreicht. Ade Sparguthaben, Rentenansprüche, auskommende Löhne u. Gehälter, öffentl. Sicherheit u. Gemeinwesen sowie Gesundheitsversorgung. Die Liste ist verlängerbar.
    Dies ist nicht das Europa , welches die Bürger wollen.

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