Nach Orlando-Massaker
Streit um Waffengesetze in den USA

Die US-Bundespolizei sucht fieberhaft nach Motiven für die Bluttat von Orlando. Überall in den USA haben Menschen bei Trauermärschen Anteil genommen. Der US-Kongress streitet nun über eine Verschärfung des Waffenrechts.

OrlandoIm US-Kongress ist nach dem Massaker in Orlando eine Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze entbrannt. Demokratische Abgeordnete forderten vehement strengere Richtlinie für den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen.

„Wir haben genug von Schweigeminuten“, sagte die demokratische Fraktionschefin im Abgeordnetenhaus, Nancy Pelosi. Die Republikaner im Kongress sind jedoch gegen Verschärfungen. Ihr Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hatte am Vortag erklärt, eine Verschärfung der Waffengesetze mache es Terroristen sogar noch leichter.

Auch die Vereinten Nationen schalteten sich in die Debatte ein und drängten die USA zum Handeln. „Es ist schwer, eine rationale Begründung zu finden, die erklärt, wieso Menschen dort so einfach Schusswaffen kaufen können“, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad Al-Hussein, am Dienstag in Genf.

Die USA müssten ihrer Verpflichtung nachkommen, Bewohner vor solchen Angriffen zu schützen. „Unverantwortliche Pro-Waffen-Propaganda legt nahe, dass Waffen die Gesellschaft sicherer machen, wenn alle Hinweise das Gegenteil anzeigen“, so Said.

Während Tausende bei Trauermärschen in vielen Städten der USA ihre Anteilnahme mit Opfern und Hinterbliebenen zum Ausdruck brachten, ging die politische und kriminologische Aufarbeitung des schlimmsten Terroraktes auf US-Boden seit 2001 fieberhaft weiter.

Das FBI konzentriert sich auf die Motivlage des Attentäters Omar Mateen. Am Montagabend waren Berichte in US-Medien aufgetaucht, wonach der 29-Jährige vor der Tag häufiger in dem Club zu Gast gewesen sein soll, in dem vor allem Schwule und Lesben verkehren. Er soll den Berichten zufolge auch eine Dating-App für Schwule benutzt haben. Seine Ex-Frau, die ihn nach Fällen von häuslicher Gewalt verlassen habe, äußerte sich am Dienstag. Demnach ist der Mann gerne in Clubs ausgegangen.

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