Nach Protestkundgebungen
Weißrussischer Oppositionskandidiat angeklagt

Lange hatte er sich zurückgehalten, doch jetzt spielt Staatschef Alexander Lukaschenko seine Allmacht voll aus: Nach den Protestkundgebungen der weißrussischen Opposition hat die Staatsanwaltschaft in Minsk Anklage gegen den früheren Präsidentschaftskandidaten Alexander Kosulin erhoben. Dem Regierungskritiker drohen bis zu fünf Jahre Haft.

HB MINSK.Kosulin müsse sich ich wegen eines Aufrufs zur Erstürmung eines Untersuchungsgefängnisses verantworten, erklärte ein Justizsprecher. Kosulin war am 25. März in Minsk festgenommen worden, nachdem er zuvor auf einer Kundgebung der Opposition dazu aufgerufen hatte, hunderte Regierungsgegner aus dem Gefängnis zu befreien.

Daraufhin war die Polizei mit brutaler Gewalt gegen die friedlichen Demonstranten vorgegangen und hatte zahlreiche Regierungsgegner festgenommen. Zudem müsse sich der frühere Rektor der Minsker Staatsuniversität wegen „Vandalismus“ vor Gericht verantworten, teilte die Justiz mit.

Präsident Lukaschenko lobte ungeachtet eines drohenden Gasstreits mit Moskau das Staatenbündnis zwischen Weißrussland und Russland. Die vor zehn Jahren geschlossene Union zwischen den beiden ehemaligen Sowjetrepubliken sei eine Erfolgsgeschichte im Interesse der Menschen, hieß es in Erklärung Lukaschenkos vom Freitag.

Am Vortag hatte der vom Kreml kontrollierte Gaskonzern Gasprom deutliche Preiserhöhungen für die bislang stark subventionierte Republik Weißrussland ab 2007 angekündigt. Experten vermuten, dass Gasprom damit den Nachbarn im Tauziehen um die Übernahme der weißrussischen Gaspipelines in Richtung Westen unter Druck setzen will.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%