Nachgefragt
Interview mit Simon Kukes: „Manager mögen keine Fusionen“

Wie zieht sich Yukos aus der Affäre?

Wichtig ist doch, dass das Management entschlossen weiterarbeitet. Unwichtig ist, wem das Unternehmen gehört. Ein anderer Aktionär ändert nichts an den Investitionsprojekten oder an der Kontrolle des Managements durch den Aufsichtsrat.

Was sind jetzt Ihre vorrangigen Ziele?

Wir müssen das Unternehmen stabilisieren. In drei, vier Monaten ist der Spuk ausgestanden. Die Zeit der richtigen Revolutionen in Russland ist vorbei. Dann beschäftigen wir uns mit dem Irak. Wir müssen unsere russische Marktführerschaft verteidigen und weiter ins Ausland expandieren.

Was wird aus der von Chodorkowskij geplanten Fusion mit einem US-Ölmulti?

Manager mögen keine Fusionen, denn dann verlieren sie ihren Job. Als Manager sehe ich mir an, was ein Zusammengehen bringt und sehe, dass wir schon jetzt ein sehr starkes Management haben, das brauchen wir aus dem Westen nicht. Auch Geld haben wir genug, vielleicht brauchen wir Technik.

Wird das alles wirklich ohne Yukos-Gründer Chodorkowskij funktionieren?

Für kurze Zeit ist das natürlich eine Behinderung, aber das fällt irgendwann weg. Gefühlsmäßig ist es bedrückend, dass die Hauptaktionäre im Gefängnis sitzen. Aber das ist zu emotional, das muss man trennen und keine Panik aufkommen lassen. Chodorkowskij war auch deshalb ein guter Anführer, weil er ein starkes Team aufgebaut hat, deshalb ist die jetzige Krise kein Problem.

Die Fragen stellte Mathias Brüggmann.

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