Nahost-Bericht der UN
Seit dem Palästinenseraufstand 4500 Tote

Seit dem Beginn des Aufstandes gegen die israelische Besatzung in den Palästinensergebieten im September 2000 sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 4500 Menschen getötet worden.

HB NEW YORK. Dabei haben die Palästinenser nach dem am Mittwoch vorgelegten neuen Nahost-Bericht der UN mit 3553 Toten die meisten Opfer zu beklagen. Bei Anschlägen von Palästinensern seien 949 Israelis getötet worden. Bei einem Bombenanschlag an einem israelischen Kontrollpunkt im Westjordanland wurden am Mittwoch zwei wartende Palästinenser in ihren Autos getötet; etwa 20 Menschen wurden verletzt.

„Keine der beiden Seiten hat ausreichende Schritte zum Schutz von Zivilisten unternommen, und beide verstoßen gegen ihre internationalen Rechtspflichten“, sagte der Untergeneralsekretär der UN für politische Angelegenheiten, Sir Kieran Prendergast, bei der Vorlage des Berichtes im Weltsicherheitsrat. Bemühungen der UN um eine Rückkehr zum Friedensprozess im Nahen Osten hätten auch in den vergangenen vier Wochen keine nennenswerten Ergebnisse gebracht.

Prendergast sagte, die anhaltende Gewalt sei eine „direkte Folge der Besatzung sowie des Fehlens einer realistischen Hoffnung auf Fortschritte in Richtung einer friedlichen Lösung“ des Nahost- Konflikts. Auslöser des Palästinenseraufstands „Intifada“ war im September vor vier Jahren ein von vielen Arabern als provozierend empfundener Besuch des heutigen israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon auf dem für Muslime und Juden gleichermaßen heiligen Tempelberg in Jerusalem.

Die EU-Kommission warf Israel eine rücksichtlose Missachtung des Lebens von Palästinensern vor und sagte diesen weitere Gelder zu. „Im Laufe der letzten vier Jahre zerstörten Bulldozer der israelischen Streitkräfte im Gaza-Streifen die Häuser von über 22 000 Menschen, von denen mehr als 15 000 in Rafah lebten“, so die EU-Kommission.

Israelische Soldaten stießen am Mittwoch mit Panzern und der Unterstützung von Kampfhubschraubern nach Chan Junis im südlichen Gazastreifen vor. Nach palästinensischen Angaben wurden mindestens zwölf Menschen verletzt, als ein Hubschrauber eine Rakete abfeuerte. Bei Zusammenstößen in Nablus im Norden des Westjordanlandes erschossen israelische Soldaten während eines Militäreinsatzes einen 20 Jahre alten Palästinenser.

Zu dem Bombenanschlag mit zwei Toten an einer Kontrollstelle auf der Strecke von Ramallah nach Jerusalem bekannten sich nach israelischen Angaben die Al-Aksa-Brigaden der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat. Dabei waren auch sechs israelische Polizisten und mindestens 13 Palästinenser verletzt worden.

Ein Palästinenser habe eine Tasche mit der Bombe am Straßenrand abgestellt und den Sprengsatz ferngezündet, als israelische Polizisten die Tasche kontrollierten wollten, berichtete ein Polizeisprecher. Die Beamten hatten die Kontrollstelle zwischen Ramallah und Jerusalem wegen einer Terrorwarnung eingerichtet.

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