Nahost-Konflikt
Zwischenfälle stören Osterfeiern in Jerusalem

In Jerusalem können Christen das Osterfest am Originalschauplatz feiern, ganz nah an den Ursprüngen ihres Glaubens. Doch inmitten friedlicher Besinnlichkeit bricht sich der Nahost-Konflikt immer wieder Bahn.
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JerusalemGewaltsame Zwischenfälle haben die Osterfeierlichkeiten in Jerusalem überschattet. Auf dem Tempelberg in der Altstadt kam es am Sonntag zu Konfrontationen zwischen der israelischen Polizei und muslimischen Gläubigen. Dabei wurden zwei Polizisten verletzt und 16 palästinensische Steinewerfer festgenommen, wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld mitteilte.

In der nahe gelegenen Grabeskirche zelebrierte der lateinische Patriarch Fuad Twal am Vormittag die Messe. In der Osternacht war es in der Altstadt zu Handgemengen zwischen palästinensischen Christen und israelischen Polizeikräften gekommen. Der dabei anwesende UN-Koordinator für den Friedensprozess im Nahen Osten, Robert Serry, kritisierte das Verhalten der Polizei. Sie habe den Gläubigen den Zugang zur Grabeskirche verweigert.

Die Beamten hätten einer Prozession der Palästinenser an einem Kontrollpunkt in der Altstadt den Durchgang verwehrt, teilte Serry mit. Er sei mit anderen Diplomaten von den Palästinensern eingeladen gewesen, an der Zeremonie des „Heiligen Feuers“ in der Grabeskirche teilzunehmen. Die wütende Menschenmenge habe sich schließlich durchgedrängelt.

Es sei bestürzend, dass eine friedliche Prozession zu Ostern in der Altstadt durch das unannehmbare Verhalten der israelischen Sicherheitskräfte gestört wurde, hieß es in einer Erklärung Serrys weiter: „Erneut rufe ich alle Beteiligten auf, das Recht auf freie Religionsausübung und den freien Zugang für Gläubige aller Konfessionen zu den heiligen Stätten zu respektieren und dabei auf Provokationen besonders an religiösen Feiertagen zu verzichten.“

Das israelische Außenministerium wies den Vorwurf zurück. Zehntausende Menschen seien dank des Einsatzes der Polizei friedlich durch die engen Gassen der Altstadt geleitet worden. Serrys Stellungnahme sei im besten Fall Ausdruck „mangelnden Urteilsvermögens“.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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