Nationale Aussöhnung
Allawi stellt Begnadigung in Aussicht

Der irakische Übergangs-Premierminister Allawi hat Verständnis für den Widerstand der Iraker gegen die USA geäußert. In einem Zeitungsbeitrag kündigte er an, einige Aufständische zu begnadigen.

HB ERLIN. Der künftige irakische Regierungschef Ijad Allawi hat eine Amnestie für einige Aufständische angekündigt. In einem Beitrag für die britische Sonntagszeitung «The Independent on Sunday», schreibt er, er habe Verständnis für diejenigen, die aus Protest Widerstand gegen die US-geführten Besatzungstruppen geleistet hätten. Diesen werde eine Begnadigung angeboten. Anderen dagegen, die nur die Destabilisierung des Landes im Sinn gehabt hätten, sollten strafrechtlich verfolgt werden.

Nach Allawis Überzeugung müssten «extreme Elemente» wie Terroristen und Kriminelle zurückgedrängt werden. «Die Regierung wird zu unterscheiden wissen zwischen jenen Irakern, die aus Verzweiflung gegen die Besetzung gehandelt haben und jenen ausländischen Terroristen und Verbrechern, deren alleinige Zielsetzung darin besteht, unschuldige Leute zu töten und den Irak zugrunde zu richten.»

Die nationale Sicherheit, so Allawi in seinem Zeitungsbeitrag, habe oberste Priorität. «Dies setzt voraus, dass wichtige Institutionen schnell wieder hergestellt werden.» Das betreffe die Strafverfolgung genauso wie die Armee, die Polizei, die Grenzkontrollen und die Nachrichtendienste.

Es sei jedoch ausgeschlossen, so Allawi weiter, dass ehemalige Sicherheitsleute, die im Dienste Saddam Husseins standen, berücksichtigt würden. An deren Händen klebe Blut, weil sie für den Diktator gearbeitet hätten. Allawi betonte: «Die Ehre der anständigen irakischen Ex-Beamten, einschließlich derer aus dem Militär und der Polizei, sollte wieder hergestellt werden, natürlich ohne diejenigen die schändliche Verbrechen gegen die Nation verübt haben».

Allawi hofft zudem auf einen zügigen Aufschwung im Irak. Dazu schreibt er in seinem Zeitungsbeitrag, wirtschaftliche Erholung, die Schaffung von Arbeitsplätzen und das Erstarken der Demokratie sollten die «Leuchtürme» des neuen Irak werden.

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