NATO lobt Tornado-Einsatz
Deutsche Tornados dauerhaft in Afghanistan?

Die NATO fordert nach einem Zeitungsbericht einen zeitlich unbegrenzten Einsatz der deutschen Tornado- Aufklärungsflugzeuge in Afghanistan. Bei Bundeswehr- Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan sei eine entsprechende offizielle Anfrage des Bündnisses eingegangen, schreibt die „Bild am Sonntag“.

HB BERLIN. Die NATO habe den Einsatz der Tornados als „exzellent“ gelobt. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Samstag, im Wissen um die zeitliche Begrenzung des Tornado-Mandats habe die NATO Deutschland vor ein paar Tagen um eine Fortsetzung des Einsatzes gebeten. Bereits in der ursprünglichen Anfrage habe die NATO keine zeitliche Begrenzung genannt. Das Bundeswehrmandat für die deutschen Tornados in Afghanistan endet am 13. Oktober. Ebenfalls im Herbst enden die Mandate für die Beteiligung an der Afghanistan-Schutztruppe ISAF und für die US- geführte Anti-Terror-Operation „Enduring Freedom“ (OEF). Im Bundestag gibt es Überlegungen zur Zusammenlegung der drei Mandate.

In der SPD gibt es allerdings heftige Diskussionen um den weiteren OEF-Einsatz. „Der Auslandseinsatz in Afghanistan hat keine Mehrheit in der deutschen Bevölkerung. Dazu hat besonders der Anti-Terrorkampf OEF mit dem Tod vieler Zivilisten beigetragen“, sagte Fraktionsvize Walter Kolbow der in Berlin erscheinenden Zeitung „B.Z. am Sonntag“. Eine weitere deutsche OEF-Beteiligung sei offen. „Das hängt wesentlich davon ab, wie die Beeinträchtigungen der Zivilbevölkerung vermieden werden.“ Ohne mehr Verhältnismäßigkeit und Zurückhaltung „sieht es mit einer Verlängerung kritisch aus“, sagte Kolbow. Er rechne aber mit einem Ja der SPD-Fraktion zur ISAF-Verlängerung. Ein Expertenteam der Fraktion empfiehlt eine Überprüfung der deutschen OEF-Beteiligung. Der Leiter der „Task Force Afghanistan“, Detlef Dzembritzki, sagte der Zeitung „Welt am Sonntag“, man müsse prüfen, ob das Mandat noch gebraucht werde. Die 100 Bundeswehrsoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) für den OEF- Einsatz seien seit zwei Jahren nicht mehr abgerufen worden. Allerdings müssten die Bündnisverpflichtungen berücksichtigt werden. Außer Frage stehe das Mandat für die deutsche ISAF-Beteiligung.

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