Neue Botschaft
Bin Laden will Westen über Israel „aufklären“

Osama bin Laden hat sich nach Angaben des amerikanischen IntelCenters mit einer neuen Botschaft an den Westen gewandt. Zum 60. Jahrestag der Staatsgründung nimmt der Anführer der Terrororganisation El Kaida wieder Israel ins Visier. Doch auch ein arabisches Staatsoberhaupt ist Bin Laden ein Dorn im Auge.

HB KAIRO. El-Kaida-Führer Osama bin Laden hat Israel in einer im Internet verbreiteten Audio-Botschaft mit weiteren Anschlägen gedroht. Der Kampf gegen Israel und seine Verbündeten werde bis zur Befreiung Palästinas fortgesetzt, erklärte der Anführer der Terrororganisation nach Angaben des amerikanischen IntelCenters.

Der Kampf für die Sache der Palästinenser sei das Hauptmotiv beim Kampf von El Kaida gegen den Westen. Er habe auch die Attentäter vom 11. September 2001 bei den Anschlägen in den USA angetrieben, so Bin Laden.

Die Echtheit der am Freitag verbreiteten Erklärung stand zwar zunächst nicht fest. Sie wurde aber auf einer Website verbreitet, die häufiger von den Extremisten genutzt wird, erklärte das IntelCenter.

In der Tonbandbotschaft „an die Völker des Westens“ heißt es weiter, die israelische Besatzung in Palästina sei „mittelalterlich, genauso wie die Ausbeutung der Reichtümer des Iraks durch die USA“. Die meisten Menschen im Westen hätten durch die tendenziöse Berichterstattung ihrer Medien falsche Vorstellungen von Israel, die er nun ausräumen wolle.

Die Stimme auf dem Band, das keine gute Tonqualität hat, ähnelt der Stimme des Terroristenanführers auf früheren Aufnahmen, die von Geheimdienstexperten als authentisch eingestuft worden waren. Die Botschaft wurde wahrscheinlich erst vor einigen Tagen aufgenommen, denn Bin Laden nimmt darin Bezug auf die Besuche westlicher Politiker in Israel, das diese Woche den 60. Jahrestag seiner Staatsgründung feiert.

„Wir werden mit Gottes Hilfe den Kampf gegen Israel und seine Verbündeten fortsetzen, (...) wir werden keine Scholle des Landes Palästina aufgeben“, heißt es auf dem Bin Laden zugeschrieben Tonband, und „der Heilige Krieg um Palästina ist eine religiöse Pflicht“.

Der El-Kaida-Chef kritisiert in seiner Botschaft nicht nur die westlichen Staaten, sondern auch den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak, den er mit den Herrschern der Pharaonenzeit vergleicht. Er wirft ihm vor, Israel bei seinen Blockade-Maßnahmen gegen die Palästinenser in dem von der radikal-islamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen zu helfen, indem er den Grenzübergang zu Ägypten geschlossen hält.

Zum jüngsten Ausbruch von Gewalt im Libanon nimmt Bin Laden nicht Stellung, allerdings nennt er die Aufstockung der Uno-Schutztruppe Unifil im Südlibanon nach dem Krieg zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah im Sommer 2006 als Beweis für die pro-israelische Politik des Westens.

Das neue Tonband soll laut IntelCenter etwa 10 Minuten lang sein. Das IntelCenter arbeitet mit den US-Geheimdiensten zusammen. Es erforscht Terrorgruppen und verfolgt ihre Kommunikation.

Bush bekräftigt Unterstützung für Israel

US-Präsident George W. Bush hat indes die Unterstützung der USA für Israel bekräftigt. In sechs Jahrzehnten werde Israel „eine der größten Demokratien der Welt“ sein, eine „sichere und florierende Heimat für das jüdische Volk“, sagte Bush zum Abschluss seiner Israel-Reise am Donnerstag in Jerusalem. Die Palästinenser hätten dann die Heimat, von der sie lange geträumt hätten. Von Kairo und Riad bis Bagdad und Beirut würden die Menschen „in freien und unabhängigen Gesellschaften“ leben.

Die USA würden weiterhin an der Seite Israels stehen, betonte Bush. Wenn es um „Terror und das Böse“ gehe, könne Israel trotz seiner eigentlich kleinen Bevölkerungszahl auf 307 Millionen Menschen zählen, „denn Amerika steht an eurer Seite“.

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