Neue Forderungen
Nordkorea will Nachschlag

Nordkorea stellt Nachforderungen. Das kommunistische Land will dafür belohnt werden, dass es seine umstrittenen Atomanlagen dauerhaft stilllegt. Der Unterhändler Pjöngjangs forderte jetzt die Lieferung eines Leichtwasserreaktors zur Stromproduktion.

HB SEOUL/PEKING. Diese Forderung erhob der Unterhändler bei den internationalen Verhandlungen über den Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms, Kim Kye Gwan, vor Journalisten in Peking. Seine Regierung sei bereit zur Erfüllung ihrer weiteren Abrüstungszusagen; sie warte jetzt jedoch auf die Antwort der anderen Teilnehmer der Sechs-Länder-Gespräche auf seinen Vorschlag, wurde der Vizeaußenminister des kommunistischen Landes von der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. „Was wir tun sollen, ist offensichtlich, aber die anderen Parteien scheinen nicht bereit zu sein.“

Pjöngjangs Forderung nach Atomreaktoren im Streit um sein Nuklearprogramm ist nicht neu. Allerdings hatten sich die Teilnehmer der Sechser-Gespräche bisher nur im September 2005 darauf verständigt, die Frage des Leichtwasserreaktors „zu einem angemessenen“ Zeitpunkt zu diskutieren. Kim betonte außerdem, dass erst Vertrauen zwischen den Teilnehmern der Atomgespräche geschaffen werde sollte, bevor sein Land auch die Kernwaffen bei der versprochenen Offenlegung seiner Nuklearaktivitäten angeben werde. „Das muss abgewartet werden, bis Vertrauen herrscht.“

Kims Forderungen folgten nach der jüngsten Sechserrunde, die am Freitag in Peking ohne einen Fahrplan für die atomare Abrüstung Nordkoreas zu Ende gegangen war. Die Unterhändler konnten sich nicht mit dem Land auf Fristen zur Offenlegung und Beseitigung seines Atomprogramms einigen. Nordkorea hatte Mitte Juli die Anlagen in seinem Atomkomplex Yongbyon ausgeschaltet. Für die nächsten Schritte winken dem Not leidenden Land unter anderem Wirtschaftshilfe und umfassendere Energielieferungen.

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