Neue Haltung
USA denken über Waffenlieferungen nach

US-Präsident Barack Obama prüft nun doch, ob es Sinn macht, Waffen an die syrische Opposition zu liefern. Das sagte Verteidigungsminister Chuck Hagel. In Syrien gab es unterdessen ein Massaker mit mindestens 50 Toten.

WashingtonDie USA überprüfen ihre bisherige Haltung, den Aufständischen in Syrien keine Waffen zu liefern. Dies erklärte Verteidigungsminister Chuck Hagel am Donnerstag in Washington. Eine Entscheidung darüber sei allerdings noch nicht getroffen worden, erklärte er auf die Frage von Journalisten. Die Bewaffnung der Rebellen sei aber „eine Option“, sagte Hagel.

Direkte Lieferungen an die Gegner von Präsident Baschar al-Assad sind im Westen umstritten. Insbesondere wird befürchtet, dass radikale Islamisten dadurch an moderne Waffen gelangen könnten. Bei dem seit mehr als zwei Jahren anhaltenden Aufstand sind schätzungsweise mehr als 70.000 Menschen ums Leben gekommen.

US-Präsident Barack Obama äußerte sich demonstrativ zurückhaltend. Zwar sagte auch er, man prüfe derzeit „alle Optionen“. Doch bei einem Besuch in Mexiko-Stadt fügte er hinzu: „Wir sollten sichergehen, dass wir hinschauen, bevor wir springen, und sichergehen, dass das, was wir tun, auch tatsächlich hilfreich ist.“

In der Vergangenheit hatte Washington Waffenlieferungen an die Opposition in Syrien kategorisch abgelehnt. Seit offenbar eindeutigeren Hinweisen auf einen möglichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien hat sich der Ton in Washington aber geändert. Hardliner aus den Reihen der oppositionellen Republikaner hatten bereits einen Militäreinsatz der USA gefordert, um eine Flugverbotszone durchzusetzen.

In Deutschland kommt das Säbelrasseln schlecht an. Außenminister Guido Westerwelle hat dazu aufgerufen, Klarheit über einen möglichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien zu schaffen. „Wer Beweise über den Einsatz dieser Waffen in Syrien hat, ist aufgerufen, sie offenzulegen und mit der internationalen Staatengemeinschaft zu teilen“, sagte Westerwelle der Zeitung „Welt“ laut Vorabbericht.

Diese Frage sei zu ernst, um zu spekulieren. Ein Einsatz solcher Waffen wäre ein schweres Verbrechen und in keiner Weise akzeptabel. Der Minister sprach sich zugleich gegen Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen aus. „Werden weniger Menschen sterben, wenn mehr Waffen geliefert werden?“, fragte er.

In Syrien ging die Gewalt unterdessen weiter. Am Donnerstag sind nach Angaben der Opposition bei einem Massaker Dutzende Menschen getötet worden. „Bewohner, die aus dem Dorf fliehen konnten, haben uns berichtet, dass Regimetruppen 50 Menschen getötet haben und dass die Zahl der Todesopfer 100 überschreiten könnte“, sagte am Donnerstag Rami Abdel Rahman von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

„Wir haben Informationen, dass Truppen des syrischen Regimes in Al-Baida Hinrichtungen vorgenommen haben.“ Die staatliche Nachrichtenagentur berichtete dagegen, die Armee habe „Terroristen“ getötet und Waffen in mehreren Dörfern in der Umgebung der Küstenstadt Banias sichergestellt.

Der Bürgerkrieg in dem arabischen Land dauert bereits über zwei Jahre, schätzungsweise 70 000 Menschen kamen bislang ums Leben.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%