Neue Irak-Resolution nötig
Annan sieht Weltordnung in Krise

Die Weltordnung ist nach Meinung von UN-Generalsekretär Kofi Annan durch den Irak-Krieg und jüngste Konflikte in Afrika in eine Krise geraten. Es sei an der Zeit, das internationale System und Institutionen wie die Vereinten Nationen neu zu überdenken, forderte Annan am Mittwochabend (Ortszeit) in New York. Diese seien durch den Irak-Krieg in eine Außenseiterrolle gedrängt worden.

HB/dpa NEW YORK. „Wenn wir erwägen, Präventivschläge oder -kriege als Antwort auf diese neuen Bedrohungen zuzulassen, was sind dann die Regeln?“, fragte Annan. „Wer trifft die Entscheidung? Unter welchen Umständen? War das, was im Irak geschehen ist, nur eine Ausnahme? Oder ist es ein Präzedenzfall für andere?“ Der UN-Chef schlug vor, dass diese Fragen bei der nächsten Generaldebatte der UN-Vollversammlung im September aufgegriffen und von führenden Politikern untereinander erörtert werden sollten.

Nach Einschätzung von Annan ist die internationale Gemeinschaft nur mit einem klaren Mandat des Weltsicherheitsrates bereit, den Koalitionsmächten im Irak weiter zu Hilfe zu kommen. „Wir brauchen eine zweite Resolution, bevor wir uns stärker im Irak einsetzen“, sagte er. Sowohl die europäischen Staaten als auch Indien, vor allem aber die arabischen Nachbarländer des Iraks seien nur unter dem „Schirm der Vereinten Nationen“ bereit, Soldaten und finanzielle Mittel für die Wiederherstellung des Nahostlandes aufzubringen.

„Was im Irak passiert, ist von äußerster Wichtigkeit für die Region und die ganze Welt“, betonte der UN-Chef. Die Antwort der internationalen Gemeinschaft auf den Alleingang der USA im Irak heiße „laut und klar: Die UN und der Multilateralismus sind entscheidend für uns“. Er habe diese Reaktion vorausgesehen und die Länder gewarnt, die auf das Mandat der UN verzichteten und die Organisation als „unbedeutend“ bewerten.

Annan enthielt sich eines Urteils über den Erfolg oder Misserfolg der Besatzungstruppen bei der Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung im Irak. Das sei extrem schwer zu beurteilen, sagte er. Die Lage der Bevölkerung sei überaus schwierig.

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