Neue Regeln
EU schaut Hedgefonds-Manager auf die Finger

Die Finanzaufsicht in Europa schaut Managern von Hedgefonds und Beteiligungsfirmen in Zukunft genauer in die Karten. Das Europäische Parlament gab grünes Licht für die stark umstrittene Richtlinie zur Überwachung der teils riskanten Finanzanlagen.
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HB BRÜSSEL. Die EU hat damit einen weiteren Meilenstein des Planes der 20 führenden Industrie- und Schwellenländern (G20) geschafft, als Lehre aus der Finanzkrise die Märkte lückenlos zu überwachen. Die Regeln gehen zwar weiter als die der USA, doch die Vorschriften sind nicht so scharf, wie die Branche befürchtet hatte. Die Fondsmanager müssen sich ab 2013 nach einheitlichen europäischen Standards registrieren und kontrollieren lassen.

Die vorwiegend in Großbritannien ansässigen Fonds hatten so massiv Lobbyarbeit im Parlament gemacht, dass sich mehrere Abgeordnete öffentlich über die Penetranz der Interessenvertreter beschwerten. Das Parlament einigte sich schließlich im Oktober mit den EU-Mitgliedstaaten. Diese waren monatelang nicht einigungsfähig, weil Großbritannien und Frankreich heftig über die EU-weite Zulassung von Fondsmanagern aus Drittstaaten stritten. Die Regierung in London, wo 80 Prozent der Hedgefonds aus Europa und viele aus Drittstaaten angesiedelt sind, hatte für diese Erleichterung gekämpft und sich auch weitgehend durchgesetzt.

Bisher muss ein Hedgefonds eine Zulassung in jedem Mitgliedstaat beantragen. Ab 2013 können Finanzinvestoren mit Sitz in der Europäischen Union die EU-weite Zulassung, genannt Fonds-Pass, bekommen. Hedgefonds aus Nicht-EU-Staaten können den Pass ab 2015 erhalten. Er wird von den nationalen Behörden auf Basis europäischer Kriterien vergeben. Die britische FSA behält damit das Heft in der Hand, muss sich von der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA aber auf die Finger sehen lassen.

Wer die Lizenz zum Vertrieb seiner Produkte bekommen will, muss die Anforderungen der EU-Richtlinie erfüllen. So müssen die Fondsmanager künftig bisher geheim gehaltene Anlagestrategien gegenüber Investoren und der Aufsicht offenlegen. Für Beteiligungsgesellschaften wird es auf Drängen des EU-Parlaments außerdem schwieriger, Firmen zu übernehmen und gezielt zu zerschlagen, um den schnellen Gewinn zu machen. Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften kritisierte, die Vorschriften belasteten kleine Gesellschaften übermäßig. Die Branche werde mit den Offenlegungspflichten außerdem gegenüber anderen Unternehmen benachteiligt.

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