Neue Zwischenfälle
Syrienkrieg überschreitet Grenzen

Im Syrienkrieg häufen sich die grenzübergreifenden Zwischenfälle. Im Libanon schlagen Granaten ein, an der israelischen Grenze kommt es zum Artilleriegefecht. Gerüchte über Chemiewaffen kursieren.
  • 4

Istanbul/BeirutDer Bürgerkrieg in Syrien wird für die Nachbarländer zunehmend zum Problem. Am Wochenende schlugen bei schweren Gefechten zwischen syrischen Regierungstruppen und der bewaffneten Opposition erneut mindestens drei Granaten im Libanon ein. An der syrisch-israelischen Grenze kam es nach israelischen Angaben am Vortag zu einem Artilleriegefecht. Derweil mehren sich Gerüchte über Chemiewaffen-Einsätze.

In Syrien selbst gab es am Sonntag wieder Dutzende Tote. Das oppositionsnahe syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte in London berichteten, alleine 32 Menschen seien bei Angriffen der Regierungstruppen umgekommen, darunter zahlreiche Kinder. Darunter seien 16 Opfer eines Luftangriffs im Kurdenort Hadad.

Im Libanon wurden nach Polizeiangaben mindestens ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt, als am Sonntag zwei aus Syrien abgefeuerte Granaten in dem Ort Al-Kasr im Nordosten des Landes einschlugen. Mehrere Häuser seien beschädigt worden. Erst am Samstag waren in der Nähe drei Granaten eingeschlagen. Auch am Freitag waren anderenorts im Libanon Geschosse aus Syrien niedergegangen.

Bei den Kämpfen in Syrien versuchen die Regierungstruppen angeblich mit Unterstützung libanesischer Hisbollah-Milizen, die Ortschaft Al-Kusair in der Grenzprovinz Homs zurückzuerobern. Die 30 Kilometer von der libanesischen Grenze entfernte Ortschaft liegt an einer strategisch wichtigen Route, die den Süden des Landes mit der Hauptstadt Damaskus verbindet.

Auch an der Grenze zu Israel gibt es immer wieder Zwischenfälle. Nach Angaben der israelischen Armee wurden Soldaten am Freitagabend von syrischem Gebiet aus mit Artillerie und leichten Waffen unter Feuer genommen. Israelische Artillerie habe daraufhin die Stellung, aus der das Feuer eröffnet worden sei, unter Beschuss genommen und getroffen. Die Identität der Angreifer war unbekannt.

Unterdessen gibt es neue Hinweise auf einen Chemiewaffen-Einsatz im syrischen Bürgerkrieg. Wie die „Times“ am Wochenende berichtete, sollen britische Experten für ABC-Waffen bei einem Geheimeinsatz Beweise dafür gefunden haben. Unter Berufung auf ungenannte Quellen aus dem Verteidigungssektor heißt es, es lägen „schlüssige Beweise“ dafür vor, dass „eine Art von Chemiewaffen“ eingesetzt wurde. Dies hätten Bodenproben aus der Umgebung von Damaskus ergeben, die aus dem Land geschmuggelt und von Wissenschaftlern im britischen ABC- Forschungszentrum Porton Down untersucht worden seien. London dringt auf Waffenhilfe für die Rebellen.

Seite 1:

Syrienkrieg überschreitet Grenzen

Seite 2:

„Ganz, ganz dumme Aktion“

Kommentare zu " Neue Zwischenfälle: Syrienkrieg überschreitet Grenzen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es sieht doch ganz nach der Handschrift der Terroristen aus, wenn da Chemiewaffen eingesetzt werden.

    Assad macht es richtig, er hat es trotz der Audis und Katar geführten Terrorbrigaden, es geschafft das Volk hinter sich zu bringen.

    Es ist mehr als wahrscheinlich das die NATO aus der Deckung kommt und die Terroristen zu unterstützen.

    Im übrigen ist es kein Bürgerkrieg, sonderen ein Terrrorkrieg, wie kommt es sonst das Türkische Generäle festgenommen werden, Saudische Schwerstkrimminelle Lybier, Jemeniten und viele andere Staaten sich als Handlanger der NATO erweisen.

    Es bedarf einer internationalen Friedensbewegung, ohne Steuerungselemente der Meinungsmacher.

    Ich wünsche dem Syrischen Volk das es geschlossen diese schwere Zeit bewältigt.

  • Wenn es keine Diplomatische Lösung für diesen Konflikt gibt und so sieht es momentan aus , sollte Russland an der Seite Assads die sog.Rebellen neutralisieren .
    Nur Russland wird in dieser Region akzeptiert und nur Russland ist wirklich im Stande dort für ruhe und Ordnung zu sorgen .

  • Assad hat in seinem Land mit den "Rebellen" genug zu tun , einen Konflikt mit seinen Nachbarn kann er sicher nicht auch noch gebrauchen .
    Diese Scharmützel darf man den "Rebellen " zuschreiben , wollen sie doch einen Islamischen Gottesstaat nach Saudischem Vorbild errichten und Israel "ausradieren " .
    Wer die Rebellen bewaffnet , fördert den Krieg mit Israel .
    Gibt es eine Krieg in dem Israel gezwungen wird einzutreten , brennt in kurzer zeit der gesamte Nahe Osten .

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%