Neuer Botschafter Israels
„Diesmal werden wir nicht den Mund halten“

Eine Vertraute seiner ultrarechten Partei ohne Diplomatenerfahrung wollte Israels Außenminister Lieberman zur Botschafterin in Berlin ernennen. Der zuständige Ausschuss hat ihn nun gestoppt, Diplomaten sind empört.
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JerusalemDer israelische Außenminister Avigdor Lieberman ist mit der Ernennung einer Parteifreundin zur neuen Botschafterin in Deutschland gescheitert. Ein Sprecher des Außenministeriums in Jerusalem bestätigte am Donnerstag, ein zuständiger Ausschuss habe die Kandidatur von Jael Metser abgelehnt. Metser spricht zwar fließend Deutsch, hat jedoch keine Erfahrungen im diplomatischen Dienst. Sie ist Mitglied der ultrarechten Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel). In der Vergangenheit war Metser Vize-Präsidentin der Universität Haifa und dort für Außenbeziehungen zuständig.

„Der Ausschuss kam zu der Überzeugung, dass sie nicht für das Amt passt“, sagte Sprecher Jigal Palmor. Es müsse jetzt ein neuer Kandidat gesucht werden. Der gegenwärtige Botschafter, Joram Ben-Zeev, werde noch einige Monate in Berlin bleiben. Eine Verlängerung seiner Amtszeit habe jedoch nichts mit der abgewiesenen Ernennung von Metser zu tun, sagte der Sprecher.

Nach israelischen Medienberichten hatte die Ernennung einer in diplomatischen Fragen unerfahrenen Kandidatin für einen wichtigen Posten wie Berlin im Außenministerium in Jerusalem für Empörung gesorgt. Ein namentlich nicht genannter ranghoher Mitarbeiter sagte der Zeitung „Haaretz“: „Wegen der großen Wichtigkeit Deutschlands ist der Botschafter dort fast immer ein Mitarbeiter des Außenministeriums, ein erfahrener Diplomat mit hohem Dienstalter.“

Man sei von Lieberman zwar politische Ernennungen gewohnt. „Aber diesmal werden wir nicht den Mund halten“, sagte der Diplomat. Lieberman schade mit seinem Vorgehen den Außenbeziehungen Israels.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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