New Yorker Bürgermeister-Kandidat
Weiner stürzt nach jüngsten Enthüllungen in Umfrage ab

Trotz einem Sex-Skandal galt Anthony Weiner als Top-Kandidat im New Yorker Bürgermeister-Rennen. Vor einer Woche folgten neue schlüpfrige Enthüllungen. In Umfragen bekommt er nun die Quittung für seine Eskapaden.
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Nach den jüngsten Sex-Enthüllungen ist der New Yorker Bürgermeister-Kandidat Anthony Weiner in einer Meinungsumfrage abgestürzt. In einer Erhebung der Quinnipac-Universität fiel er vom ersten auf den vierten Platz zurück. Weiner befinde sich im „freien Fall“, erklärte Umfrage-Leiter Maurice Carroll.

In Führung liegt nun die Sprecherin des Stadtrats, Christine Quinn, mit 27 Prozent. Weiner kommt noch auch 16 Prozent. Befragt wurden 446 Demokraten. New York wird traditionell von Demokraten dominiert.

Weiter hatte vergangene Woche bestätigt, dass er noch vor kurzem im Internet anzügliche Fotos und Nachrichten ausgetauscht hatte. Drei Gegenkandidaten im Rennen um den Bürgermeisterposten und die „New York Times“ forderten ihn auf, auf seine Kandidatur zu verzichten. Wegen ähnlicher Enthüllungen hatte er sich im Juni 2011 zum Rücktritt als Abgeordneter des Repräsentantenhauses gezwungen gesehen. Weiner ist seit 2010 mit Huma Abedin verheiratet, einer engen Mitarbeiterin von Hillary Clinton in deren Amtszeit als US-Außenministerin. Das Paar hat einen kleinen Sohn.

Weiner hatte vor einer Woche einräumen müssen, auch lange nach seinem Rückzug aus dem Kongress infolge ähnlicher Peinlichkeiten vor zwei Jahren erotische Kontakte mit einer jungen Frau im Internet gepflegt zu haben - selbst während der Schwangerschaft seiner Ehefrau und auch nach der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes. Bei einer Pressekonferenz an der Seite seiner Frau gab Weiner zu, der 22-Jährigen unter dem Online-Decknamen Carlos Danger schlüpfrige Texte und Fotos geschickt zu haben.

US-Zeitungen überschütteten Weiner nach den neuerlichen Enthüllungen mit Kritik und Häme. Sein demokratischer Konkurrent Bill de Blasio sagte, Weiners Privatleben sei zu einer "unwillkommenen Diashow" geworden. Wie der Demokrat Sal Albanese und der Republikaner John Catsimatidis forderte er Weiner auf, seine Kandidatur zurückzuziehen. Vor der Aufdeckung der zweiten Affäre waren Weiner in Umfragen gute Chancen bescheinigt worden, von den Demokraten als Kandidat für die Nachfolge des scheidenden Bürgermeisters Michael Bloomberg nominiert zu werden.

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Associated Press / Nachrichtenagentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • NSA lässt grüßen. JEDER Skandal, jedes Ermittlungsverfahren basiert auf Informationen, die publik werden.

    Die Frage nur bleibt dabei: WER hat sie entdeckt? Und WER steckt diese Informationen wie in einem schlechten Agentenfilm 'nachts von einer anonymen Kontaktperson der Presse zu'?

    Die NSA hört und ließt all die privaten Belange von den 'wichtigen' Personen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, die besser unbekannt blieben - wodurch diese Personen nunmal ERPRESSBAR werden - und mit öffentlicher Skandalaufbereitung bestens aus dem Weg geräumt werden können...

    Dank dem NSA-Material kommen nur gefällige Personen in Amt und Würden - die anderen werden weggewulfft...

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