Nordirak
IS-Kämpfer holen zum Gegenschlag aus

Der IS wird in Mossul zunehmend in die Zange genommen. Dennoch gelingt es den Extremisten immer wieder, auch anderswo im Irak zuzuschlagen – diesmal in Kirkuk. Mehr als zehn Menschen kommen ums Leben.
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KirkukDie Terrormiliz Islamischer Staat hat bei einem Großangriff auf die irakische Stadt Kirkuk mehr als zehn Menschen getötet. Ziele der Attacken waren ein Kraftwerk außerhalb der kurdisch kontrollierten Stadt und ein Verwaltungsgebäude im Zentrum, wie die Polizei mitteilte.

Kirkuk liegt gut 170 Kilometer südöstlich der IS-Hochburg Mossul, auf die Regierungstruppen und kurdische Kämpfer seit Beginn einer Großoffensive am Montag vorrücken.

Beobachter werteten den Angriff in Kirkuk als Versuch des IS, die Schlacht in die Gebiete seiner Gegner zu tragen. Die Extremisten verübten in den vergangenen Wochen und Monaten auch immer wieder Anschläge in der Hauptstadt Bagdad, um das Vertrauen in die irakische Zentralregierung zu untergraben.

Bei der Attacke auf das Kraftwerk in Dibis nördlich von Kirkuk seien am Freitag 13 Arbeiter ums Leben gekommen, darunter vier aus dem Iran, teilte die Polizei mit. Die Angreifer seien mit Waffen in die Anlage gestürmt, hätten Geiseln genommen und sich selbst in die Luft gesprengt, als die Polizei eingetroffen sei, sagte ein Sprecher.

Auch das Zentrum von Kirkuk wurde am Freitag von Explosionen erschüttert. Extremisten mit Sprengsätzen und Sturmgewehren hätten dort am Freitag ein Verwaltungsgebäude attackiert, berichteten Augenzeugen. Die Kämpfe dauerten demnach den ganzen Tag über an. Aus Angst vor IS-Scharfschützen traute sich kaum jemand auf die Straße. Die Terrormiliz übernahm über ihr Sprachrohr Aamak die Verantwortung für den Angriff.

Ein örtlicher Fernsehsender zeigte Bilder von Kirkuk, auf denen dichter schwarzer Rauch über der Stadt hing, im Hintergrund hallte Maschinengewehrfeuer. Den Angaben zufolge loderte ein großes Feuer vor dem Sitz der Provinzregierung. Ob auch Polizisten oder Zivilisten bei dem Angriff ums Leben gekommen waren, blieb zunächst unklar.

Im Chaos nach dem Eroberungszug des IS im Jahr 2014, bei dem die Extremisten Mossul und andere Landesteile im Norden und Westen des Iraks eingenommen hatten, etablierten sich kurdische Truppen in Kirkuk. Sie argumentierten damals, dass sie die ölreiche Stadt lediglich vor dem IS schützen wollten, die Zentralregierung in Bagdad sah die Einnahme der Stadt aber als Versuch der Kurden, Kirkuk in ihre weitgehend autonome Region im Norden des Iraks einzugliedern.

Kurdische Peschmerga-Kämpfer und irakische Soldaten versuchen derzeit Seite an Seite mit sunnitischen Stammeskämpfern und schiitischen Milizen, den IS aus seiner Hochburg Mossul zu vertreiben. Der Vormarsch kommt aber nur langsam voran. Spezialeinheiten räumten am Freitag östlich von Mossul Sprengfallen zur Seite, wie ihr Kommaneuer berichtete. IS-Scharfschützen erschwerten ihnen zusätzlich das Vorankommen.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk erwartet durch die Großoffensive auf Mossul eine enorme Fluchtwelle. Bisher seien aber erst 3900 Menschen aus Mossul und dem Bezirk Al-Hamdanija geflüchtet, sagte Sprecher Adrian Edwards am Freitag. Eine Sprecherin des UN-Menschenrechtsrates fügte hinzu, dass der IS sogar Menschen aus umliegenden Dörfern gezwungen habe, nach Mossul zu kommen.

Agentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nordirak: IS-Kämpfer holen zum Gegenschlag aus"

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  • Das ist richtig Herr Narrog,13:16 Uhr

    Die Wehrmacht ging vorne rein und hinten wieder raus und das in einem fremden Land.
    Die irakische Armee ist noch nicht mal in der Lage im eigenen Land erfolgreich zu kämpfen.
    Ob die irak. Armee nicht gut ausgebildet wurde?

  • Herr Gold...die Wehrmacht ist eine sehr kompetente, ernstzunehmende Armee gewesen. Sie hat vielfach Städte in Unterzahl genommen.

  • Die Vormarschbilder erinnerten an alte Wochenschauen ! Es fehlte nur die unterlegte Marschmusik . Mein Uropa soll gesagt haben , na , dann siegt mal schön ! ... und wurde dann vorläufig festgenommen .

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