Öffentliche Generalaudienz
Benedikts letzte große Show

Die Vorbereitungen laufen: Zehntausende werden zum letzten öffentlichen Auftritt von Papst Benedikt XVI. erwartet. Per Hubschrauber geht es schließlich in den Ruhestand. Einen neuen Namen hat der Papst bereits gefunden.
  • 9

RomZum letzten großen öffentlichen Auftritt von Papst Benedikt XVI. werden am heutigen Mittwoch in Rom Zehntausende Menschen erwartet. Bei einer Generalaudienz nimmt das scheidende Oberhaupt der katholischen Kirche Abschied von der Öffentlichkeit. Auch viele Pilger aus Deutschland und einige Prominente haben sich dafür auf den Weg nach Rom gemacht. Unterdessen laufen im Vatikan auch die Vorbereitungen für Benedikts Rücktritt am Donnerstag und die anschließende Papstwahl.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer will Benedikt am Mittwoch persönlich Grüße überbringen, Erzbischof Robert Zollitsch wird die Deutsche Bischofskonferenz bei der Audienz vertreten. Aus Benedikts Heimat Bayern haben sich Hunderte Pilger auf den Weg nach Rom gemacht. Auch einige Dutzend Gebirgsschützen sind dabei, eine Blaskapelle aus Traunstein will zum Abschied ein Ständchen auf dem Petersplatz geben. Trachtler aus dem Freistaat wollen Benedikt mit blau-weißen Farben noch einmal ein Stück Heimat nach Rom bringen.

Es wird eine emotionale letzte Audienz erwartet, bevor am Donnerstag Benedikts Pontifikat endet. Am späten Nachmittag ist für ihn der Trubel rund um seine letzten Tage als Papst vorbei. Dann wird der 85-Jährige mit einem Hubschrauber zur päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo vor den Toren Roms fliegen.

Sein letzter öffentlicher Akt wird dann um 17.30 Uhr ein Abschiedsgruß an die Gläubigen der Diözese Albano von der Loggia der Residenz Castel Gandolfo aus sein. Mit dem offiziellen Ende des Pontifikats um 20.00 Uhr stellt auch die Schweizer Garde ihren „öffentlichen Dienst“ für den Papst ein. Die Sicherheit Benedikts ist aber garantiert, die Gendarmerie wird ihren Wachdienst fortsetzen.

Nicht vor Anfang nächster Woche soll dann die Kardinalsversammlung in Rom zusammenkommen, um die Papst-Wahl im März vorzubereiten und über den Beginn des Konklaves zu entscheiden, erklärte Papst-Sprecher Federico Lombardi. Benedikt hatte es den Purpurträgern in einem Schreiben zum Konklave freigestellt, die Papst-Wahl vorzuziehen.

Nach seinem Rücktritt wird sich Benedikt „Emeritierter Papst“ oder „Römischer emeritierter Pontifex“ nennen, wie Lombardi am Dienstag sagte. Man werde sich an Joseph Ratzinger aber weiterhin auch mit der Anrede „Eure Heiligkeit“ wenden können. Es sei Benedikts Entscheidung gewesen. Nach seinem Rücktritt am Donnerstag wird der 85-Jährige außerdem den „einfachen weißen Talar“ anziehen.

Papst Benedikt hatte am 11. Februar völlig überraschend seinen Rücktritt zum Ende des Monats angekündigt. Seine Kräfte ließen nach, sagte er zur Begründung. Er ist der erste Papst seit Jahrhunderten, der sein Amt freiwillig aufgibt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Öffentliche Generalaudienz: Benedikts letzte große Show"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Sehr gut gemacht Papst Benedikt ! Eine Überlappungszeit mit 2 Päpsten wird die katholische Kirche stärken. So vermeidet man eine lange Schwäche-Phase und zu zweit seit ihr Päpste dann Anlaufstelle für viele Gläubige.

    ****************************************************
    Bleiben Sie uns bitte noch lange erhalten Benedetto.
    Gut' gemacht.
    ****************************************************

    Und melden sich trotzdem ab und an mal zu Wort !!**

    Gottes Segen für Sie. :O)

  • @werner
    Was ist denn mit Ihnen los?

    Papst Benedikt XVI. ist eine der ganz grossen Perönlichkeiten unserer Zeit. Seine Bücher, die jetzt schon Bestseller sind, werden hoffentlich noch von vielen vielen Menschen gelesen werden. Sie sind mit klaren, nüchternen und, wie ich meine, überzeugenden Worten geschrieben, und vermitteln die frohe Botschaft von Gott und seiner Zuwendung zu den Menschen.

    Es liegt an uns, sich dieser Botschaft gegenüber zu öffnen und dann unsere Schlussfolgerungen zu ziehen.

    Das geht allerdings nicht in hysterischer, geradezu boshafter Feindschaft.

  • Diejenigen die gegen die Einführung der Sharia sind, sind auch die Gegner der Homo-Ehe. Darüber sollten Sie mal lieber nachdenken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%