Öl-Versorgung
Westen bereitet Notfallplan für Iran-Krise vor

Für den Fall, dass Iran die Straße von Hormus doch blockiert, könnte im Westen das Öl knapp werden. Westliche Länder haben deshalb einen Notfallplan zur Sicherung der Ölversorgung in Europa und den USA vorbereitet.
  • 47

LondonDer Westen rüstet sich offenbar für den Fall einer Iran-Krise. Westliche Länder haben in dieser Woche einen Notfallplan zur Sicherung der Ölversorgung unter anderem in Europa und den USA vorbereitet, sollte der Iran die Straße von Hormus wie angedroht blockieren, sagten Diplomaten am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Führende Vertreter der Internationalen Energieagentur (IEA) hätten am Donnerstag darüber beraten, im Ernstfall eine Rekordmenge der strategischen Ölreserven freizugeben. Im Gespräch seien dabei bis zu 14 Millionen Barrel pro Tag gewesen. Das wäre fünf Mal so viel wie das historische Öl-Volumen, das 1990 in Reaktion auf den Einmarsch Iraks in Kuwait auf die Märkte gelangte. Die in Staatsbesitz befindlichen Ölvorräte sind in den USA, Europa, Japan und weiteren Ländern gelagert. „Dies wäre eine notwendige und vernünftige Antwort auf eine Blockade der Meeresenge“, sagte ein Diplomat. „Es würde nicht lange dauern, den Notfallplan umsetzen, falls es nötig werden sollte. Eine Kontroverse unter den IEA-Mitgliedern wäre unwahrscheinlich“, fügte er hinzu. Ein Sprecher der IEA sagte, dass die Agentur die Lage beobachte.

Der Iran hatte am Freitag ein weiteres Seemanöver in einer der wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt angekündigt. Die Übungen im Februar konzentrierten sich direkt auf die Straße von Hormus, sagte der Marinekommandeur der Revolutionsgarden, Ali Fadawi, nach einem Bericht Nachrichtenagentur Fars. Hintergrund ist der Streit über das iranische Atomprogramm: Der Iran hat gedroht, im Falle weiterer Ölsanktionen die Straße von Hormus zu blockieren. Durch die Meeresenge fahren etliche Öltanker. Die Europäische Union streitet unterdessen weiter darüber, wann ein Ölembargo in Kraft treten soll.

Ein Anrainerstaat der Meeresenge ist der Iran. Im Süden grenzt die Schifffahrtsstraße an die Vereinigten Arabischen Emirate und den Oman. Die USA haben erklärt, eine Blockade der internationalen Gewässer nicht hinzunehmen. Die US-Marine verfügt über eine große Streitmacht in der Region, die den iranischen Truppen weit überlegen ist. Auch Großbritannien hat erklärt, jeder Versuch einer Blockade der Wasserstraße wäre illegal und erfolglos.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Öl-Versorgung: Westen bereitet Notfallplan für Iran-Krise vor"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Schön abgeschrieben, aber leider ist die Schlussfolgerung völlig falsch. Die USA, Oman und der Iran haben die SRÜ nie ratifiziert! Somit ist die Strasse v Hormus Hoheitsgewässer von Oman und Iran - und eben kein int. Gewässer!
    Was int. Gewässer mit EU-beschlüssen gemein haben sollen erschliesst sich mr nicht ganz.

  • Die Straße von Hormus hat ihrer schmalsten stelle eine breite von ca 58 km , 12 Meilen sind ca 22 km .
    Diese Meerenge ist in jedem Fall frei von hoheitlichen rechten !!!
    Das ist Internationales Seerecht , die EU kann beschließen was sie will .

  • 1921 beanspruchte die Sowjetunion eine Ausdehnung der Drei-Meilen-Zone auf 12 sm (etwa 22 km). Ihr folgten später andere Staaten, beispielsweise Island und Dänemark (für die Färöer-Inseln) seit 1958 für die Fischereigrenze. Auf den ersten beiden UN-Seerechtskonferenzen in Genf (1958 und 1960) kam es diesbezüglich zu keiner Einigung. Das am 29. April 1958 geschlossene Übereinkommen über das Küstenmeer und die Anschlusszone regelte die Materie, ohne sich auf eine Breite festzulegen, begrenzte allerdings die Anschlusszone auf maximal 12 sm von der Basislinie.
    Seit dem Seerechtsübereinkommen (SRÜ) der UN vom 10. Dezember 1982 haben Küstenstaaten das Recht, ihre Hoheitsgewässer auf bis zu 12 sm auszudehnen, was allerdings weniger ist, als sich heute effektiv beherrschen ließe. Diese Gewässerzonen zwischen der Basislinie bis maximal 12 sm stellen die Küstengewässer dar (vgl. Art. 3 SRÜ) und gehören noch zum Staatsgebiet des jeweiligen Küstenstaates. Die äußere Linie entspricht auch der Seezollgrenze. Die USA haben das SRÜ bisher nicht unterzeichnet.
    Als Folge der Ausweitung der Küstengewässer wurden auch solche Meerengen zu staatlichem Hoheitsgebiet, die für den internationalen Verkehr wichtig sind; daher sehen Art. 37 bis 45 SRÜ eigene Durchfahrts- und Luftpasseregelungen für Meerengen und Archipelgewässer vor. Die Gebietshoheit eines Staates in seinen Küstengewässern ist generell dadurch beschränkt, dass er ausländischen Handelsschiffen und mit gewissen Modifikationen auch Kriegsschiffen die unschädliche Durchfahrt gestatten muss und dass nur auf Grund weniger, eng begrenzter Tatbestände staatliche Zwangsgewalt gegen friedlich passierende ausländische Schiffe geübt werden darf (vgl. Art. 17 bis 31 SRÜ).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%