Offensive US-Geldpolitik
Bernanke nimmt Obama das Heft des Handelns aus der Hand

Die schwache Wirtschaft hat Präsident Barack Obama die Mehrheit im Abgeordnetenhaus gekostet. Angesichts des sich abzeichnenden politischen Stillstands wird es für ihn immer schwieriger, die Konjunktur zu stützen. Einzig die Notenbank kann noch handeln – und das tat sie gestern.
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HB WASHINGTON. US-Notenbankchef Ben Bernanke bleibt trotz aller Kritik bei seinem Kurs: Die Federal Reserve hat gestern die zweite Runde ihrer offensiven Geldpolitik angekündigt. 600 Mrd. Dollar zusätzlich will die Zentralbank bis Mitte 2011 für den Kauf von Staatsanleihen ausgeben. Bernanke will so der US-Wirtschaft helfen, die nach wie vor mit hoher Arbeitslosigkeit und schwachem Wachstum zu kämpfen hat.

Nach dem Erfolg der Republikaner und der radikal-konservativen Tea-Party-Bewegung bei den Kongresswahlen vom Dienstag ist die Fed die einzige, die noch expansive Politik betreiben kann. Die Demokratische Partei von US-Präsident Barack Obama hat die Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren und stellt sich nun auf eine Phase des politischen Stillstands ein. Die Demokraten wurden bei der Wahl vor allem für das ausufernde Staatsdefizit abgestraft und für eine Wirtschaftspolitik, die zu wenig Arbeitsplätze schafft. Das Haushaltsloch beträgt in diesem Jahr 1 600 Milliarden Dollar – gemessen am Bruttoinlandsprodukt sind das mehr als elf Prozent.

Ein weiteres Konjunkturpaket seitens der Regierung gilt als extrem unwahrscheinlich – selbst dann, wenn die USA wieder in die Rezession abgleiten sollten. Also handelte Bernanke. Zu der Geldspritze von 600 Mrd. Dollar kommen weitere 250 bis 300 Mrd. Dollar aus auslaufenden Immobilienpapieren, für die die Fed zusätzliche Staatstitel kaufen will. Insgesamt wird sie jeden Monat rund 112 Mrd. Dollar in die Märkte pumpen. Allerdings behält sie sich vor, das neue Programm bei Bedarf anzupassen. Die Zinsen ließ Bernanke unverändert auf einem historisch tiefen Niveau von 0 bis 0,25 Prozent.

Seit Beginn der Finanzkrise hat die Notenbank ihre Bilanz massiv aufgebläht und Papiere im Wert von 1,7 Billionen Dollar gekauft – davon Staatsanleihen über rund 300 Mrd. Dollar.

Die erneute Lockerung der Geldpolitik ist jedoch heftig umstritten – auch innerhalb der Fed. Kritiker halten Bernankes Strategie für zu riskant. Sie fürchten, dass die Fed damit nicht die gewünschte Wirkung erzielen kann und ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzt. Zudem droht eine Reihe von unerwünschten Nebeneffekten. So könnte die Entscheidung etwa die Rohstoffpreise weiter in die Höhe treiben und damit den Grundstein legen für eine viel zu hohe Inflation. Zudem ist unklar, wie sich die Fed nach so viel expansiver Geldpolitik wieder aus den Märkten zurückziehen will, wenn sich die US-Wirtschaft erholt.

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  • Hallo Dieter
    Hast du studiert ? Gratulation - du bist perfekt gehirngewaschen !
    Du springst auf diesese Spiel der Marionetten auf. Solche naiven Menschen wie dich brauchen die Politiker.....

  • Die Marionette der Wallstreet hat ewas Macht an die Kriegstreiber abgegeben - toll.
    Und Marionette bernake raubt die Welt aus mit inflation - auch toll.
    Und die sclafenden Schafe lassen sich das gefallen - armselig !

  • bLUPP !
    Das beruhigende daran? - Das ist natürlich - blupp - das zwischenzeitlich auftauchende - blupp - eines Ertrinkenden - blupp - der kurz nach Luft schnappt - blupp - , -blupp-, um durch abtauchen zu Kräften zu kommen - blupp -, da die Ratgeber des Ertrinkenden zu weit weg sind, um verstanden zu werden! blupp!
    Für Amerika wäre es Zeit, sich mit dem Staatsbankrott einiger Staaten zu befassen und diese konsequent zu verfolgen bzw. durchzuführen.

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