Oppositionelle in Pakistan festgenommen
Bhutto steht in Islamabad unter Hausarrest

Die Lage in Pakistan hat sich am Freitag dramatisch zugespitzt: Die Oppositionsführerin Benazir Bhutto ist vor einer von ihr geplanten Großkundgebung unter Hausarrest gestellt worden, bis zu 5 000 Regierungsgegner sind nach Angaben der Opposition festgenommen worden.

ap ISLAMABAD. Bhuttos Haus in Islamabad war von Dutzenden Polizisten umstellt. Sie errichteten Straßensperren und riegelten das Gelände mit Stacheldraht ab. „Sie geht nirgendwo hin“, sagte ein Polizeibeamter, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Bhuttos Anhänger waren empört. Es zeige aber, dass die Regierung Angst vor Bhuttos Popularität habe und sie nicht vor Menschenmassen auftreten lassen wolle, sagte ein Vertrauter der Politikerin, Babar Awan. Die frühere Ministerpräsidentin hatte die Anhänger der Pakistanischen Volkspartei (PPP) für den Freitag zu einer Großkundgebung nach Rawalpindi eingeladen, der Nachbarstadt von Islamabad. Die Polizei hatte angekündigt, dass sie keine Versammlung zulassen werde.

In Rawalpindi wurde ein großes Polizeiaufgebot zusammengezogen. Auch die Straßen von Islamabad nach Rawalpindi wurden von der Polizei abgeriegelt. Führende Mitglieder der PPP wollten trotzdem versuchen, nach Rawalpindi zu gelangen. Bhutto wollte mit der Kundgebung gegen die Politik des pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf und die Verhängung des Ausnahmezustands protestieren.

In der östlichen Provinz Punjab kam es seit Mittwoch zu Verhaftungen von Oppositionellen.“Das ist ein massives Vorgehen gegen unsere Partei“, sagte Raja Javed Ashraf, ein Abgeordneter von Bhuttos Partei. Die Behörden bestätigten die Angaben zu den Festnahmen nicht. Ein Sicherheitsbeamter, der nicht namentliche genannt werden wollte, erklärte, es seien nur etwa 1 000 Anhänger Bhuttos festgenommen worden.

Musharraf kündigte am Donnerstag an, dass es bis zum bis zum 15. Februar Wahlen geben solle. Der am Wochenende verhängte Ausnahmezustand soll schon in ein bis zwei Monaten wieder aufgehoben werden, kündigte Generalstaatsanwalt Malik Mohammed Qayyum an.

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