Ostasien
Nordkorea droht mit heiligem Krieg

Die Spannungen in Korea haben sich erneut zugespitzt. Nordkorea wirft seinem südlichen Nachbarn vor, seine Armee und Würde zu beleidigen. Sollte sich Südkorea nicht entschuldigen, habe das katastrophale Folgen.
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SeoulIm Konflikt mit Südkorea hat das kommunistische Nordkorea seinen Ton wieder verschärft und mit einem „heiligen Krieg“ gedroht. Über die staatlichen Medien beschuldigte das Regime in Pjöngjang am Mittwoch Grenzeinheiten der südkoreanischen Streitkräfte, Nordkoreas „Armee, System und Würde“ durch sichtbar ausgestellte anti-nordkoreanische Slogans zu beleidigen. Diese seien fast eine „Kriegserklärung“, wurde ein Sprecher zitiert. Auf die Art der Slogans ging er nicht näher ein.

Nordkorea werde auf jede Provokation mit einem „gnadenlosen, heiligen Vergeltungskrieg“ antworten, hieß es. Der Sprecher warnte vor „katastrophalen Folgen“, sollte sich Südkorea für seine angeblichen Provokationen nicht entschuldigen.

Nordkorea hatte vor einigen Wochen ähnliche Drohungen ausgesprochen, nachdem in Südkorea bekanntgeworden war, dass Soldaten bei Übungen auf Fotos des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il schießen. Diese Praxis wurde später eingestellt. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich seit dem Beschuss einer zu Südkorea gehörenden Insel durch Nordkoreas Küstenartillerie im November spürbar verschärft.

Unterdessen endeten Gespräche zwischen beiden Seiten über ein seit drei Jahren eingefrorenes gemeinsames Touristenprojekt ohne konkretes Ergebnis. Es sei erst gar nicht zu „richtigen Verhandlungen“ gekommen, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul.

Nordkorea hatte zuvor angekündigt, dass es die südkoreanischen Einrichtungen in dem Feriengebiet im grenznahen Kumgang-Gebirge an der Ostküste „loswerden“ wolle. Auch hatte das Land die betroffenen südkoreanischen Unternehmen aufgerufen, bis Ende Juni zu Gesprächen in den Norden zu kommen. Am Mittwoch reiste dann eine Delegation von jeweils sechs südkoreanischen Regierungsbeamten und Geschäftsleuten nach Nordkorea.

Seoul hatte die vom Mischkonzern Hyundai organisierten Touren ins Kumgang-Gebirge im Juli 2008 wegen ungelöster Sicherheitsfragen ausgesetzt. Im vergangenen Jahr hatte Nordkorea Gebäude der südkoreanischen Regierung konfisziert und auch privaten Unternehmen die Kontrolle über ihre Einrichtungen, darunter Hotels und ein Golfplatz, entzogen. Südkorea hatte dagegen heftig protestiert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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