Ostukraine
Russland und Ukraine wollen Waffen abziehen

Bei Verhandlungen in Berlin einigen sich die Außenminister Russlands und der Ukraine auf ein Detail. Von einem Durchbruch will Steinmeier noch nicht sprechen. Die USA gehen hingegen auf Konfrontationskurs.
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Berlin/WashingtonIn den Verhandlungen über den Ukraine-Konflikt gibt es erstmals seit vielen Wochen wieder zählbare Fortschritte. Die Außenminister Russlands und der Ukraine verständigten sich am Mittwochabend bei einem Treffen in Berlin auf den Abzug schwerer Waffen ausgehend von einer bereits im September vereinbarten Demarkationslinie in der Ostukraine.

Dem Plan zufolge sollen schwere Geschütze von den prorussischen Separatisten und den ukrainischen Regierungssoldaten auf jeder Seite um 15 Kilometer hinter die Trennlinie zurückgezogen werden. In der Region kämpfen prorussische Separatisten seit Monaten gegen ukrainische Regierungssoldaten. Kiew und der Westen werfen Russland vor, die Aufständischen zu unterstützen. Moskau streitet dies ab.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der wie auch sein französischer Kollege Laurent Fabius an dem Treffen teilnahm, sprach von „wahrnehmbaren Fortschritten“, die allerdings keinen Durchbruch bedeuteten. Man müsse nun sehen, ob diese Vereinbarung umgesetzt werde.

„Sollte es tatsächlich zur Realisierung dessen kommen, was wir heute vereinbart haben, dann sind wir jedenfalls heute ein Stück näher an dem Gipfel in Astana“, sagte Steinmeier. Gemeint ist ein Vierer-Gipfel mit den Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, sowie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatschef Francois Hollande, der eigentlich schon Mitte Januar stattfinden sollte.

„Das war heute erneut ein schwieriges Unterfangen und ich darf Ihnen versichern, das geht an die Grenzen der Geduld bei allen Beteiligten“, sagte Steinmeier.

Russlands Außenminister Lawrow sagte nach dem Treffen, der Rückzug sei das Hauptziel der Verhandlungen in Berlin gewesen. Die Strafmaßnahmen gegen Moskau im Zuge der Ukraine-Krise seien nicht zur Sprache gekommen. „Die Sanktionen sind nicht unser Problem, das ist das Problem derjenigen, die sie eingeführt haben und jetzt nicht wissen, wie sie sich selbst daraus herauswinden“, sagte Lawrow.

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  • Herr Klein, da sind Sie voll auf die Medien reingefallen. Den das Gesagte, ohne handfeste Beweise, bleiben leere Aussagen!
    Oder glauben Sie wirklich, dass in der 45Mio. Einwohnerstarken Ukraine gibt es keine Handys mit Kamera, dass unsere so tolle Journalisten, um die Wahrheit herauszufinden, nicht schon längst dort gewesen wären und uns täglich Videomaterial vorgelegen würden, wie tausende russische Soldaten, Kanonen, die gesammte Kriegsmaschinerie die Grenzen passieren würde??? Kein einziges Bild, kein minütchen Video??? Wen das wahr ist, dann müssen wir in EU wirklich Angst haben, den die Russen sind so gut, können alles unsichtbar machen, alles verschwinden lassen!!!

    Aber jetzt ernsthaft, nach Angaben der Ukraine sind die Russen schon zum 170-ten mal in Ukraine einmaschiert, wir haben bloß bis jetzt keinen einzigen Beweis geliefert bekommen. Das es diese nicht gibt, glaube ich nicht!!!

    Russland hat mittlerweile schon 11 Hilfskonvoys geschickt. Diese werden mit Lebensmitteln, Kleidern, Heizgeräten, Stromerzeugern usw. nach Neurussland gebracht (es ist alte Bezeichnung des Gebiets, bevor noch Ukraine gab). Diese Konvoys werden an den Grenzen von Ziollbeamten der russischen UND ukrainischen Seiten geprüft. Ganzer Prozeß wird von der OSCE überwacht!!! Hier keine Beweise der einschleusung der Militärgüter!!!
    Putin hatte schon mehrere Friedenspläne unterbreitet, wie die Situation in Neurussland und Ukraine gelöst werden kann. Den es ist ein internes Problem, zwischen den Menschen dort. Und Russland war, ist und wird auch kein Teil der Auseinandersetzung sein.
    USA heizen immer wieder die Situation dort an. Neues Doktrin über Waffenlieferungen, monetären Unterstützung, Blackwater.
    Wenn USA wirklich Frieden haben wollten, dann würden sie, mit Nachdruck, alle Beteiligten an den Tisch setzen und eine führende Rolle bei den Gesprächen übernehmen. Denn die haben ja schon 5 Mrd. $ in den Machtwechsel investiert!!! Überlegt mal wofür!?

  • Herr Gerhartz,
    Wir prangern hier einiges an, die Folge:

    - Beiträge verschwinden schnell von der Titelseite

    Sollen wir auch noch dankbar sein, dass HB und Wiwo
    nicht wie FAZ die Kommentarfunktion ganz schließt?

    Und nur deren Darstellung als Meinungsbildend angesehen
    werden muss.

    Amerika hat NICHTS zu sagen. Obama schon gar nicht

    Die Weltherschaft wollen die "Rockefellers" übernehmen
    Deshalb findet auch in diesem Club Poroschenko Platz.
    Die FED wurde eigens dafür geschaffen, um dies zu
    verhindern, was gänzlich Schief gegangen ist. Und die
    Finanzlobby noch stärker wurde.

    Deutschland ist sooo Bedeutungslos wie der gestr. Tag
    eignet sich aber als ABLENKUNG herforragend, was unseren
    Quotenfrauen schmeichelt.

  • Die Presse macht 2015 gerade so weiter wie sie 2014 aufgehört hat.
    -
    Es wird suggeriert, als ob Russland (in Wahrheit die armen Sparatisten) mit schweren Waffen gegen die Ukraine Krieg führt, wie sonst sollte Russland denn dann schwere Waffen abziehen wollen.
    -
    Es soll wohl solange wiederholt werden, bis landläufig fest davon ausgegangen wird, dass Russland die Ukraine überfallen hat.
    -
    Dieses Unwort des Jahres 2014 zeigt sich nun immer deutlicher als ABSICHTLICHER VOLKSBETRUG, das man doch bitteschön unserer PRESSE GLAUBEN MUSS !?!?!?.

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