Pakistan
Taliban soll an Friedensgesprächen teilnehmen

Pakistan setzt sich erstmals für die Teilnahme der Taliban an Friedensverhandlungen mit Afghanistan ein. Afghanistan und die USA haben das schon lange gefordert.
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Pakistan hat die Taliban am Freitag erstmals öffentlich zur Teilnahme an Friedensgesprächen mit der afghanischen Regierung aufgefordert. Es sei nun an der Zeit, in der Geschichte Afghanistans ein neues Kapitel aufzuschlagen, sagte der pakistanische Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani. Sein Vorstoß dürfte von Afghanistan und den USA begrüßt werden. Sie drängten Islamabad seit langem, seinen Einfluss auf die Taliban geltend zu

machen. Ein Großteil der Taliban-Spitze, darunter ihr Führer Mullah Omar, wird in Pakistan vermutet.

„In diesem Geist möchte ich an die Taliban-Führung und an alle anderen afghanischen Gruppen, einschließlich Hesb-i-Islami, appellieren, an einem innerafghanischen Prozess für nationale Versöhnung und Frieden teilzunehmen“, erklärte Gilani. Hesb-i-Islami wird von Gulbuddin Hekmatjar angeführt, einem afghanischen Kriegsherrn, dessen Verbindungen nach Pakistan in die Zeit des Militäreinsatzes der Sowjets in Afghanistan in den 1980er Jahren zurückreichen.

Wie viel Einfluss Pakistan tatsächlich auf die Taliban hat, ist indes unklar. Die Taliban haben erklärt, sie wollten nicht mit der afghanischen Regierung, sondern mit den USA verhandeln. Dies gab sowohl in Afghanistan als auch in Pakistan Anlass zur Sorge, dass die beiden Staaten bei Friedensgesprächen außen vor bleiben könnten.

 

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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