Palästinenser
Neue Waffenruhe hielt nur bis zum Morgen

Auch der zweite Waffenstillstand zwischen den rivalisierenden Palästinensergruppen hat nur wenige Stunden gehalten. Unterdessen hat sich das Terrornetzwerk El Kaida zu dem Konflikt zu Wort gemeldet: Kaida-Vize Aiman al-Sawahri meint, Wahlen wären keine Lösung der Krise, sondern Teufelszeug.

HB GAZA. Bei neuerlichen Schießereien am Mittwochmorgen seien zwei Kämpfer der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas getötet worden, berichtete der Rundfunksender Stimme Palästinas. Mindestens sechs weitere Menschen seien bei den Schusswechseln in den Straßen von Gaza verletzt worden.

Die Fatah und die regierende Islamisten-Bewegung Hamas hatten sich am Dienstagabend nach Kämpfen mit mindestens sechs Todesopfern auf eine neue Waffenruhe verständigt. Die Vereinbarung wurde nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen unter ägyptischer Vermittlung in Gaza ausgehandelt und trat am Dienstagabend um 23 Uhr in Kraft.

Die Eskalation der Gewalt zwischen der radikalen Hamas und der als gemäßigt geltenden Fatah hat seit Sonnabend mindestens zehn Menschen das Leben gekostet. Der erste Waffenstillstand war in der Nacht zu Montag ausgerufen und innerhalb von wenigen Stunden gebrochen worden. Daraufhin schalteten sich ägyptische Vermittler ein und bewegten beide Seiten zu dem Rückzug ihrer Kämpfer. Um die Krise zu lösen, hat Abbas vorgezogene Wahlen angekündigt. Die Hamas lehnt dies ab.

Der gebürtige Ägypter und Kaida-Vize al-Sawahri wandte sich in einer Tonband-Botschaft vehement gegen vorgezogene Wahlen. Palästina werde nicht durch Wahlen befreit werden. „Diese Verschwörungen schwächen das Konzept des Heiligen Krieges“, fügte Al-Sawahiri hinzu, der als Stellvertreter von El-Kaida-Chef Osama bin Laden gilt. „Diejenigen, die versuchen, islamisches Land durch Wahlen zu befreien, die auf säkularen Institutionen beruhen, werden kein Körnchen palästinensischer Erde befreien, sondern den Dschihad abwürgen“.

Sawahri hat sich zuletzt Ende September in einem Video zu Wort gemeldet, das im Internet veröffentlicht worden war. Damals nannte er US-Präsident George W. Bush einen Lügner, weil er von Fortschritten in dem von den USA erklärten Krieg gegen den Terror gesprochen hatte.

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