Panzerangriff auf Hama
45 Tote in syrischer Protesthochburg

Laut Menschenrechtlern sind bei dem Panzerangriff auf Hama mindestens 45 Menschen getötet worden. Syriens Präsident Baschar al-Assad ist offenkundig entschlossen, seine Gegner mit militärischer Gewalt zu unterdrücken.
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Amman/ New YorkSyriens Präsident Baschar al-Assad ist ungeachtet zunehmender internationaler Kritik offenkundig entschlossen, das Aufbegehren Oppositioneller mit militärischer Gewalt zu ersticken. Bei dem seit Sonntag andauernden Panzerangriff auf die Protesthochburg Hama sind nach Angaben von Menschenrechtlern bis Donnerstag mindestens 45 Menschen getötet worden. Unterdessen einigte sich der UN-Sicherheitsrat in New York nach dreitägigem Ringen auf eine gemeinsame Erklärung. Der Westen konnte sich mit seinen Wunsch nach einer scharfen Resolution gegen das Vorgehen Assads nicht durchsetzen. 

Allein 40 Menschen seien am Mittwoch und am Donnerstagmorgen durch Maschinengewehr-Feuer und Panzergeschosse in Hamas Stadtteil Al-Hader ums Leben gekommen, sagte der Aktivist, der aus der eingekesselten 700.000-Einwohner-Stadt entkommen konnte, der Nachrichtenagentur Reuters. Fünf weitere Menschen, darunter zwei Kinder, seien getötet worden, als sie mit einem Auto fliehen wollten. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich, da Syrien die meisten ausländischen Journalisten ausgewiesen hat. Nach Darstellung staatlicher Medien kämpft das Militär gegen vom Ausland gesteuerte Terroristengruppen. 

Einwohnern zufolge hatten die Panzer am Mittwoch den zentralen Orontes-Platz in Hama besetzt, wo es in den vergangenen Monaten zu einigen der größten Proteste gegen Assad gekommen war. Scharfschützen hätten auf Dächern Stellung bezogen. Die Beschuss konzentrierte sich demnach auf das Viertel Al-Hader, das 1982 eines der Zentren eines Aufstandes gegen Assads Vater und Vorgänger Hafis al-Assad war.

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Keine Resolution des UN-Sicherheitsrats

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