Panzerfaust-Attacke
Jemen-Terror trifft britische Diplomaten

Der Jemen ist ein gefährliches Pflaster für westliche Ausländer. Am Mittwoch wurde in der Hauptstadt ein Franzose erschossen. Zwei Briten wurden verletzt. Die Sorge, dass die jemenitische Regierung den Kampf gegen die Al-Kaida-Terroristen verliert, wächst. Der britische Ex-Premier Blair sieht den Westen bereits auf verlorenem Posten.
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HB SANAA/WIEN. Terroristen haben im Jemen ein Fahrzeug der britischen Botschaft mit einer Panzerfaust attackiert. Ein Diplomat wurde dabei in der Hauptstadt Sanaa am Mittwoch leicht verletzt, wie das das Außenministerium in London berichtete. In der Jemen-Zentrale des österreichischen Energiekonzerns OMV in Sanaa wurde etwa zur gleichen Zeit ein Franzose von einem jemenitischen Wachmann erschossen. Die Nachrichten-Website „News Yemen“ meldete unter Berufung auf Augenzeugen, der Täter habe, als er das Feuer auf den Franzosen und einen weiteren Ausländer eröffnet habe, „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen. Kollegen des Schützen, der festgenommen wurde, schlossen einen politischen Hintergrund der Tat aus.

Nach Berichten von Augenzeugen feuerten am Morgen zwei als Straßenkehrer verkleidete Terroristen auf einer Straße in Sanaa mit einer Panzerfaust auf das Fahrzeug der britischen Botschaft. Die Waffe hatten sie in einem Müllsack versteckt. Augenzeugen und Krankenhausärzte sagten, drei Passanten seien verletzt worden: Ein Mann, der von Granatsplittern getroffen wurde, sowie eine Mutter und ihr Kind, die von dem ins Schlingern geratenen Auto erfasst wurden.

Der britische Außenminister William Hague sagte: „Dieser schändliche Angriff auf britische Diplomaten wird Großbritannien nur bestärken in seiner Absicht, der jemenitischen Regierung dabei zu helfen, die Herausforderungen, die sich in dem Land stellen, zu meistern.“

Der frühere britische Premierminister und heutigen Nahost-Vermittler Tony Blair warnte den Westen indes davor, sich vom islamischen Terrorismus ausspielen zu lassen. „Der Westen wird ausmanövriert, taktisch ausgespielt“, sagte Blair nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA in New York bei einer Veranstaltung des Washington Institutes für Nahost-Politik. Zu viele Menschen im Westen würden die „Geschichte“ glauben, dass der Westen den Islam unterdrücke, was den Extremismus befeuere. Zu viele Menschen folgten zudem der Darstellung der Terroristen, der Westen habe islamische Länder nach dem 11. September 2001 nur angegriffen, weil sie islamisch sind. „Und dass der Westen Israel unterstützt, weil es jüdisch ist und die Palästinenser muslimisch“, sagte Blair.

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