Papst schickt Emissär nach Darfur
UN-Generalsekretär Annan rügt den Sudan scharf

Wegen der Krise in der Region Darfur hat UN-Generalsekretär Kofi Annan den Sudan scharf gerügt. In New York sagte Annan, trotz aller Versprechen habe die Regierung in Khartum bisher nicht genug getan, um die Menschen dort zu schützen.

HB NEW YORK/ROM. Trotz Die Reitermilizen in Darfur müssten endlich entwaffnet werden, sagte Annan am Mittwochabend in New York. Bei dem Konflikt wurden nach UN-Angaben bislang 30 000 Menschen getötet und mehr als eine Million Menschen vertrieben. Papst Johannes Paul II. entsandte angesichts der Krise den deutschen Kurien- Erzbischof Paul Josef Cordes als seinen Emissär in den Sudan.

Der Papst forderte die Respektierung der „fundamentalen Menschenrechte“ in Darfur und „alle nötige humanitäre Hilfe“. Cordes, der Präsident des päpstlichen Rates „Cor Unum“ ist, solle den Menschen in Darfur beistehen. Der Emissär machte sich am Donnerstag nach Khartum auf. Von dort will er nach Darfur weiterreisen.

Annan sagte in New York weiter, falls es der Sudan nicht schaffe, die Milizen selbst unter Kontrolle zu bekommen, müsse sie die Weltgemeinschaft zu Hilfe rufen. „Die sudanesische Regierung hat nicht unbegrenzt Zeit“, drängte der UN-Chef. Er appellierte an den Weltsicherheitsrat, bald Maßnahmen ins Auge zu fassen.

Die sudanesische Regierung bestritt erneut, dass es in Darfur zu Massenmorden gekommen ist. „Massaker? Niemals!“, sagte Innenminister Abdelrachim Mohamed Hussein dem britischen Sender BBC am Donnerstag. Der UN-Beauftragte für den Sudan, Jan Pronk, sagte dem Sicherheitsrat am Mittwochabend dagegen, Khartum habe bisher „aber auch gar nichts“ zum Schutz der Menschen in Darfur unternommen. Die mörderischen Attacken dort hielten bis heute an.

Auch Bundesaußenminister Joschka Fischer und Pakistans Präsident Pervez Musharraf sprachen am Donnerstag in Islamabad über die Darfur- Krise. Fischer bat Pakistan, Einfluss auf die Regierung in Khartum zu nehmen. Wenn nicht endlich Fortschritte erzielt würden, sei der Weg über eine UN-Resolution unvermeidlich, sagte Fischer.

Der britische Premierminister Tony Blair schloss eine Militärintervention im Sudan nicht aus. „Wir schließen nichts aus, aber wir sind noch nicht in diesem Stadium“, sagte er in London auf die Frage eines Journalisten. „Wir müssen einfach abwarten und schauen, wie sich die Dinge entwickeln.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%