Parlamentswahlen
Nordkoreas Machthaber wiedergewählt

Hundertprozentige Demokratie: Bei den Wahlen zur Obersten Volksversammlung Nordkoreas sind nach offiziellen staatlichen Angaben alle 687 Kandidaten mit 100 Prozent der abgebenen Stimmen gewählt worden. Auch Nordkoreas kommunistischer Militärmachthaber Kim Jong Il zog mit dem gewohntem Traumergebnis wieder in das Scheinparlament ein. Doch es gab auch eine Überraschung.

HB PJÖNGJANG. Entgegen früheren Spekulationen fehlte auf der im Fernsehen verlesenen Liste der neuen Abgeordneten der Name von Kims jüngstem Sohn, Jong Un. In Südkorea hatte Gerüchte gegeben, wonach der Sohn, der erst Mitte 20 sein soll, von seinem Vater als Nachfolger ausersehen und deshalb als Wahlkandidat aufgestellt worden sei, um den Weg dorthin zu ebnen.

Bei der Stimmabgabe in Kims Wahlbezirk Nummer 333 hätten alle Wähler ihre "unerschütterliche Entschlossenheit bekräftigt, den Staatschef Kim Jong Il hingebungsvoll zu schützen", berichtete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.

Die Wahl wurde in Südkorea als Anzeichen dafür gesehen, dass Kim von einer möglichen Erkrankung einigermaßen genesen ist und die Zügel bei den Regierungsgeschäften wieder in der Hand hält. Der 67-Jährige soll im August einen Schlaganfall erlitten haben. Es wird erwartet, dass Kim auch als Vorsitzender der mächtigen Nationalen Verteidigungskommission bestätigt wird, sobald die neuen Deputierten zur ersten Sitzung der 12. Obersten Volksversammlung zusammenkommen.

Parlamentswahlen in Nordkorea gelte als Formalität, da die Wahlberechtigten in jedem Bezirk nur mit ja und nein für einen von der Arbeiterpartei oder Kim handverlesenen Kandidaten stimmen können. Die Wahlbeteiligung lag den Berichten zufolge am Sonntag bei 99,98 Prozent. In Nordkorea ist die Stimmabgabe Pflicht. Die Volksversammlung ist nominell das höchste Staatsorgan, tritt aber normalerweise nur zweimal jährlich für wenige Tage zusammen. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, sich mit Haushaltsfragen und politischen Leitlinien zu befassen. Die Sitzung dient weitgehend dazu, Beschlüsse der Arbeiterpartei zu ratifizieren.

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