Polizei in Alarmbereitschaft
Parlamentswahlen in Israel haben begonnen

Die Israelis wählen ein neues Parlament. Zur Stimmabgabe aufgerufen sind 4,5 Millionen Wahlberechtigte. Die Kadima-Partei des amtierenden Regierungschefs Ehud Olmert ging Umfragen zufolge als Favoritin in das Rennen. Ihr Vorsprung gegenüber den anderen Parteien war in den vergangenen Tagen allerdings deutlich geschrumpft.

HB JERUSALEM. Die Wahl wird als Referendum über Olmerts Plan gesehen, die endgültigen Grenzen des Landes bis zum Jahr 2010 einseitig festzulegen. Kurz nach Schließung der Wahllokale um 22.00 Uhr MESZ sollen Ergebnisse von Nachwahlbefragungen veröffentlicht werden. Vorläufige Endergebnisse werden voraussichtlich bis Mittwochmorgen vorliegen.

Jüngsten in Medien veröffentlichten Umfragen zufolge kann Olmerts Kadima mit 34 der 120 Parlamentssitze rechnen. Das sind zehn Sitze weniger als bei früheren Befragungen. Olmert peilt mindestens 40 Sitze für eine stabile Regierung an, die vier Jahre halten soll. Er führt die Amtsgeschäfte seit dem Schlaganfall von Ministerpräsident Ariel Scharon im Januar. Scharon liegt seitdem im Koma.

Die linke Arbeitspartei wird Umfragen zufolge mit 17 bis 21 Sitzen zweitstärkste Kraft. Der rechtskonservative Likud liegt mit 13 bis 14 Sitzen auf Platz drei.

Angesichts zahlreicher Warnungen vor Anschlägen hat Israel seine Sicherheitskräfte am Wahltag in höchste Alarmbereitschaft versetzt und die Palästinensergebiete abgeriegelt. Etwa 22 000 Polizisten sind in den Stadtzentren im Einsatz, um gewaltsame Vorfälle zu verhindern.

Die Parlamentswahl ist die fünfte binnen zehn Jahren. Der Umgang mit den Palästinensern unter der neuen Regierung der radikalen Gruppe Hamas war eines der größten Themen im Wahlkampf. Olmert rechnet nicht damit, dass es mit der Hamas eine Zusammenarbeit geben kann. Diese strebt die Vernichtung Israels an.

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