Polizist getötet
Neuer Anschlag schürt Terrorangst in Nordirland

Nordirland wird zwei Tage nach dem tödlichen Überfall auf zwei Soldaten erneut von einem Gewaltakt erschüttert. Am Montag wurde ein Polizist bei einem Feuerüberfall tödlich verwundet. Wie die Polizei weiter mitteilte, ereignete sich die Tat in der konfessionell geteilten Ortschaft Craigavon südwestlich von Belfast.

HB BELFAST. Den Angaben zufolge war der Polizist mit Kollegen auf Streife in einem vor allem von Katholiken bewohnten Viertel unterwegsZu dem Überfall bekannte sich eine Splittergruppe der ehemaligen Terrororganisation IRA. „So lange sich Großbritannien in Irland einmischt, werden diese Attacken weitergehen“, hieß es nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA in einer codierten Botschaft der „Continuity IRA“.

Der britische Premierminister Gordon Brown verurteilte den Polizistenmord scharf und zeigte sich zugleich überzeugt, dass der Friedensprozesses weiter gehen werde. „Es wird kein Zurück zu den alten Zeiten geben“, sagte Brown. „Das sind Mörder, die den politischen Prozess in Nordirland, der den Menschen dient, unterbrechen und zerstören wollen. Brown zeigte sich überzeugt, dass die Menschen in der ehemaligen britischen Krisenprovinz nicht wieder „Waffen in den Straßen sehen wollen.“ Die Regierung werde es den Attentätern nicht erlauben, den politischen Prozess in Nordirland zu zerstören.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) äußerte sich besorgt über die beiden Mordanschläge. Dies müsse einen „wirklich mit großer Sorge erfüllen“, sagte er am Dienstag vor Journalisten in Berlin. Wichtig sei jetzt, dass alle Beteiligten von dem Stabilisierungsprozess nicht abrückten. Zu hoffen sei auch, dass die Sicherheitskräfte die Lage wieder in den Griff bekämen.

Empörung über die Tat auch bei der Sinn-Fein-Partei, lange Zeit der politische Arm der einstigen Terrororganisation IRA. „Das ist ein Anschlag auf den Friedensprozess. Das ist falsch, es ist kontraproduktiv und ich möchte der Familie des Toten mein Beileid aussprechen“, sagte der regionale Sinn-Fein-Abgeordnete, John O'Dowd, in der Nacht zum Dienstag. Von einer „schrecklichen Tragödie“ sprach Alex Maskey, der die Sinn-Fein-Partei in der Nordirischen Polizeiaufsicht vertritt. Er sei von der Tat angeekelt und verärgert.

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