Präsidentenwahl Ecuador
Furcht um Correas Erbe

Vor allem Arme haben von der Politik des scheidenden Präsidenten Ecuadors Rafael Correa profitiert. Dieser ließ Schulen, Straßen und Krankenhäuser bauen. Doch wirtschaftlich geht es seit dem Einbruch der Ölpreise bergab.
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QuitoIn einem armen Viertel am Rande von Ecuadors Hauptstadt Quito überragt der markante Glas-Stahlbau des staatlichen Docente Calderón-Hospitals die Betonhäuser. Drinnen werden Patienten verarztet, die es gewohnt waren, lange Fahrtzeiten zur nächsten Klinik auf sich zu nehmen, stundenlang zu warten und dann eine unzureichende Behandlung zu bekommen. Jetzt werden sie mit neuesten Technologien verwöhnt: Das Hospital gehört zu den Vorzeigeprojekten von Präsident Rafael Correa, mit denen dieser seinen Kampf gegen die Armut ausfocht.

Kurz vor dem Ende von Correas Amtszeit, fragen sich jetzt viele bange, wie es mit der von ihm eingeleiteten „Bürger-Revolution“ weitergehen soll. Correa selbst hatte es abgelehnt, bei der Präsidentenwahl an diesem Sonntag für eine vierte Amtszeit anzutreten. Dabei hatte das Parlament 2015 den Weg dafür freigemacht und die von der Verfassung begrenzte Zahl der Amtszeiten aufgehoben.

Statt also Wahlkampf in eigener Sache zu betreiben, reiste Correa in den vergangenen Wochen durch die Andennation, um weitere öffentliche Bauten zu eröffnen - in der Hoffnung, die Fackel an seinen bevorzugten Nachfolger, den früheren Vizepräsidenten Lenín Moreno, weiterreichen zu können. Umfragen zufolge führt dieser das Feld von acht Kandidaten an, und zwar mit Werten zwischen 28 und 32 Prozent.

Doch dürfte es für Moreno nicht reichen, um eine Stichwahl mit dem Zweitplatzierten - dem früheren Banker Guillermo Lasso - zu vermeiden. Dafür bräuchte er mehr als 40 Prozent der Stimmen und einen Vorsprung von zehn Prozentpunkten vor seinem ärgsten Rivalen.

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