Präsidentschafts-Wahlkampf auf den Philippinen
Manilas Wirtschaft hofft auf Sieg Arroyos

Der Präsidentschaftswahlkampf auf den Philippinen entartet zum Bühnenspektakel. Inhalte sind kaum gefragt; die Kandidaten punkten allein mit ihrem Glamour. Am Montag geben die Wähler ihre Stimmzettel ab. Lange Zeit sah es so aus, als ob der populärste Schauspieler des Landes, Fernando Poe, demnächst auf dem Präsidentenstuhl sitzen werde.

MANILA. Zur großen Erleichterung von Finanzmärkten, Auslandsinvestoren und der lokalen Elite hat sich die Amtsinhaberin Gloria Macapagal Arroyo aber aus ihrem monatelangem Umfragetief herausgearbeitet und geht als Favoritin in die Abstimmung. Währung und Börse legten daraufhin in den vergangenen Tagen zu.

Herausforderer Poe stieg durch seine Standardrolle des unbestechlichen Kämpfers, der die Armen und Entrechteten gegen ein korruptes System verteidigt, zur Ikone der Unterschicht und zum aussichtsreichen Präsidentschaftskandidaten auf. Arroyo hingegen eckte mit ihrem Musterschüler-Image und ihren scharf geschnittenen Kostümen bei den Massen an. Um gegen Poes Popularität anzukommen, ist die eher steif wirkende Tochter aus bestem katholischem Hause deshalb dazu übergegangen, bei Wahlkampfauftritten nicht nur populistische Versprechungen zu machen, sondern auch zu singen und zu tanzen. Vor allem hat sie jedoch mit Noli de Castro den Ulrich Wickert der Philippinen zum Vizepräsidentschaftskandidaten erkoren. Der berühmteste Nachrichtensprecher des Landes verschafft ihrer Wahlkampagne den unabdingbaren Star-Appeal.

Außer seinem Image hat Schauspieler Poe der Amtsinhaberin nichts entgegenzusetzen. Interviews scheut er, und in Wahlkampfreden beschränkt er sich auf einsilbige Bemerkungen. Seine wichtigste wirtschaftspolitische Standortbestimmung – ein Schuldenmoratorium – dementierte der Kandidat umgehend. Das sei ein Missverständnis gewesen. Die Märkte standen trotzdem Kopf. Doch in letzter Zeit kann Poes Superstar-Aura seine politische Unerfahrenheit auch bei den Massen immer weniger übertünchen, was ihn den sicher geglaubten Sieg kosten könnte.

Seite 1:

Manilas Wirtschaft hofft auf Sieg Arroyos

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%