Präsidentschaftswahl in Frankreich
Millionenschwerer Kampf um die Macht

Mit seinem fünften Werk „Témoignage“ („Zeugnis“) landete der französische Innenminister Nicolas Sarkozy einen ungewöhnlichen Verkaufsschlager. Das politische Buch steht seit Wochen auf Platz zwei der Bestseller-Liste und erzielte eine Auflage von 275 000 Exemplaren.

PARIS. Der Autor kann sich über seinen Erfolg allerdings nicht uneingeschränkt freuen. Denn sein Buch löste einen Streit aus, den der voraussichtliche Präsidentschaftskandidaten der konservativen Regierungspartei UMP sicher gern vermieden hätte. Es geht um jene Millionen, die den Weg zur Macht freimachen sollen: Die Finanzierung der Kampagnen für die Präsidentschaftswahl im Frühjahr kommenden Jahres. Anders als in Deutschland hat der französische Gesetzgeber die Wahlkampfausgaben begrenzt, und zwar auf rund 15,5 Millionen Euro je Kandidat. Die beiden Gewinner des ersten Wahlganges, zwischen denen zwei Wochen später die Stichwahl entscheidet, dürfen maximal je 20,6 Millionen Euro ausgeben. Daraus ergibt sich jetzt die Frage: Muss Sarkozy die beträchtlichen Vertriebs- und Werbekosten für sein Buch in seinem limitierten Wahlkampfbudget ausweisen? Der Vorsitzende der konservativen Partei UMP will das unbedingt vermeiden. „Er ist offiziell noch kein Präsidentschaftskandidat und hat das Buch als Privatperson geschrieben“, sagt eine UMP-Sprecherin.

Der politische Gegner findet diese Auskunft höchst verdächtig. „Ich verlange von Sarkozy überall Transparenz, nicht nur bei seinen Buchverkäufen, sondern auch bei der Finanzierung seiner Wahlkampfauftritte und den Kosten seines Wahlkampfteams“, sagte der sozialistische Parteichef Francois Hollande, der neben seiner Ehefrau Ségolène Royal ebenfalls als möglicher Präsidentschaftskandidat gehandelt wird.

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