Preisverfall
Russland passt Haushaltsplanung an Ölpreis an

Russland muss angesichts des niedrigeren Ölpreises seine Haushaltsplanung für das kommende Jahr anpassen. Die Preise für den Rohstoff sind in der letzten Zeit dramatisch gefallen, nun gibt es Einschnitte in Russland.
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MoskauRussland sieht den neuen Realitäten auf dem Ölmarkt ins Auge und passt seine Haushaltsplanungen für das kommende Jahr an. Der russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew erklärte am Freitag, die Regierung werde ihre Prognose für den Ölpreis im kommenden Jahr wegen des dramatischen Preisverfalls reduzieren. Bislang unterstellt die Regierung für die Zeit von 2015 bis 2017 einen Ölpreis von 100 Dollar. In Folge der Opec-Entscheidung vom Donnerstag, die Fördermenge nicht zu senken, ist der Preis für ein Barrel (das Fass zu 159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent mittlerweile auf rund 73 Dollar abgestürzt. Für einen ausgeglichenen Haushalt ist Russland darauf angewiesen, dass ein Barrel mindestens 100 Dollar kostet.

Finanzminister Anton Siluanow hatte erst am Montag erklärt, dass der Preisrutsch und die vom Westen wegen der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen sein Land pro Jahr umgerechnet bis zu 140 Milliarden Euro kosten - dies entspricht etwa sieben Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Russland geht Siluanow zufolge mittel- bis langfristig von einem Ölpreis von 80 bis 90 Dollar aus. Uljukajew wollte jedoch nicht preisgeben, wie die neue Prognose für den Haushalt lautet.

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Putin bleibt zuversichtlich

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  • Wie Sie vielleicht wissen, ist der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt. Dies geschieht zwar mit Verspätung, aber es wäre der zweite Schlag in Russlands Magengrube. Eine fatale Entwicklung für Russland in Anbetracht seiner Abhängikeit vom Energiesektor.


    Schönen Abend noch.

  • Komisch, eine fallende Währung wird sonst immer als Konjunkturprogramm verkauft. Hier, bei Russland läßt man es ausser acht? Das Brent ist in den letzen 24 Monaten von 110 USD auf 75 USD gefallen. Gleichzeitig kostet der Dollar von anfangs 30 Rubel nun 50 Rubel. Ergo bekommt Russland pro Brent nun in Rubel gute 10% (450 Rubel) mehr als vor 24 Monaten. Der Schaden verbleibt bei den USA. Und wenn die Importe teurer werden, wird mehr von der heimischen russischen Wirtschaft gekauft.
    Da hat Merkel den deutschen Arbeitern und Angestellten ein Ei gelegt ... Ist ein guter Job für ihren Mann das alles wert?

  • Sie wissen aber schon, dass ein niedrigerer Ölpreis direkt schlecht für Russland ist, für alle übrigen Länder die nicht vom Ölexport leben jedoch einem Konjunkturprogramm gleichkommt ? Vielleicht sollten Sie Ihre Analyse und die geäußerten Kausalitäten nochmal überdenken.

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