Premierminister räumt Niederlage ein
Opposition gewinnt Australien-Wahl

Bei der Wahl zum australischen Parlament hat Australiens Premierminister John Howard am Samstag seine Niederlage eingeräumt. Er rief Labor-Oppositionsführer Kevin Rudd an und gratulierte ihm zum Wahlsieg, wie australische Medien berichteten. Der Regierungswechsel bedeutet eine deutliche Wende in der Außenpolitik des Landes.

HB SYDNEY. In Australien hat die oppositionelle Labor-Partei die Parlamentswahlen gewonnen. Prognosen im australischen Fernsehen zufolge konnte die Partei um ihren Spitzenkandidaten Kevin Rudd mindestens 83 der 150 Abgeordnetenmandate und damit die klare Mehrheit auf sich vereinen. Nach elf Jahren in der Opposition erklärte sich Labor am Samstag umgehend zum Gewinner. Der konservative Ministerpräsident John Howard musste in der Metropole Sydney sogar um seinen eigenen Parlamentssitz bangen.

Howard hatte bereits am Samstag seine Niederlage eingeräumt. Er rief Labor-Oppositionsführer Kevin Rudd an und gratulierte ihm zum Wahlsieg, wie australische Medien berichteten. Der 68-jährige Howard lag das ganze Jahr über in den Meinungsumfragen hinter seinem 50-jährigen Herausforderer Rudd zurück. Rudd hat den Wählern einen Abzug der australischen Truppen aus dem Irak versprochen und angekündigt, das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz zu ratifizieren. Mit beiden Vorhaben würde sich Australien weiter von den USA entfernen, deren enger Bündnispartner Howard bisher war.

Dementsprechend wollte Howard auch den australischen Irak-Einsatz fortsetzen. Der bisherige Regierungschef versprach im Wahlkampf zudem Steuererleichterungen von umgerechnet mehr als 20 Milliarden Euro, aber wenig politische Initiativen. Rudd setzte im Wahlkampf auf einen Generationenwechsel und bezeichnete Howard als zu alt und zu amtsmüde, um weiter an der Spitze einer Regierung zu stehen. Howard warf Rudd im Gegenzug mangelnde Erfahrung vor.

Sollte Howard sein Mandat in Sydney abgeben müssen, wäre er der erste amtierende Ministerpräsident Australiens seit 78 Jahren, der seinen Wahlkreis verliert. Das Mandat hat er seit seinem Einzug ins Parlament 1974 inne.

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