Prodi macht Kompromissvorschlag
Präsidentenwahl in Italien wird zur Machtprobe

Die Präsidentenwahl in Italien wird zur Machtprobe zwischen Romano Prodi und Silvio Berlusconi. Beide Parteienlager haben sich noch nicht auf einen Kandidaten einigen können. Nun überraschte Prodi mit einem Kompromissvorschlag.

HB ROM. In Italien hat die künftige Mitte-links-Regierung kurzfristig einen neuen Kandidaten für die heute beginnende Präsidentenwahl vorgeschlagen. Der scheidende Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte zuvor den bisherigen Kandidaten des Bündnisses, den Linksdemokraten Massimo D'Alema, abgelehnt. Das Lager des designierten Regierungschefs Romano Prodi setzt nun auf den 80-jährigen früheren Kommunisten Giorgio Napolitano, wie die Koalition am Sonntagabend bekannt gab.

Die Entscheidung sei in Absprache mit D'Alema getroffen worden. Allerdings war unklar, ob Berlusconi den neuen Kandidaten unterstützen wird. Am Sonntag hatte er gesagt, dass jeder linksgerichtete Politiker ein ungeeigneter Vorschlag für das Amt sei. In Kreisen des linken Lagers hieß es, man warte nun auf die Reaktion Berlusconis. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sich die Dinge vor der Abstimmung noch änderten.

Für die Wahl kommen 1010 Abgeordnete aus beiden Parlamentskammern sowie Vertreter aus den Regionen Italiens zusammen. Die Abstimmung soll um 16.00 Uhr MESZ beginnen. Für Montag ist nur eine Wahlrunde geplant, zwei weitere für Dienstag. Am Mittwoch geht es dann in die vierte Runde. Dieses Mal kommt der Wahl eine besondere Bedeutung zu, da Prodi die Regierungsbildung erst beginnen kann, wenn er dafür das Mandat vom Präsidenten erhält.

Amtsinhaber Carlo Azeglio Ciampi wurde 1999 in nur einem Tag gewählt. Die Wahl seines Vorgängers im Jahr 1992 dauerte 13 Tage. Ciampis Amtszeit endet am 18. Mai.

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