Proteste
Geringe Wahlbeteiligung in Thailand

Die Wahlbegeisterung ist niedrig, die Kompromissbereitschaft bei den Regierungsgegnern ebenso: Nach der Wahl in Thailand hat sich wenig an der Situation geändert. Die Demonstranten kündigen einen „Zermürbungskrieg“ an.
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BangkokBei der von Blockaden und Störaktionen überschatteten Parlamentswahl in Thailand sind nach Angaben der Wahlkommission so wenig Wähler wie nie zuvor zur Stimmabgabe gegangen. Selbst in den Hochburgen der Regierung hätten nur gut die Hälfte der Wähler ihre Stimmen abgegeben, teilte die Kommission am Montag mit. Bei der Wahl 2011 hatten 75 Prozent der knapp 50 Millionen Wahlberechtigten abgestimmt.

Das Wahlergebnis lag am Montag nicht vor, weil Demonstranten die Stimmabgabe in neun Provinzen und zahlreichen Wahllokalen verhindert hatten. Dort müssen zuerst Nachwahlen organisiert werden.

Die Regierungsgegner kündigten weitere Proteste an. „Das ist jetzt ein Zermürbungskrieg“, sagte der Sprecher des „Demokratischen Reformkomitees des Volkes“ (PDRC), Akanat Promphan. „Wer länger aushält, gewinnt.“ Die Demonstranten werfen der Regierung Korruption und Verschleuderung von Staatsgeldern vor. Sie verlangen einen ungewählte Übergangsrat, der vor Neuwahlen Reformen durchsetzen soll.

Die ihnen nahe stehende Oppositionspartei Die Demokraten, die die Wahl boykottiert hatte, bekräftigte die Absicht, den Stimmgang vor Gerichten anzufechten. Regierungschefin Yingluck Shinawatra äußerte dennoch Hoffnung, dass die ideologischen Gräben im Land überwunden werden können. „Eine friedliche Lösung ist es, den Leuten mit einer Wahl Gehör zu verschaffen“, sagte sie nach Angaben des staatlichen Senders MCOT.

In Norden und Nordosten des Landes, den Hochburgen der Anhänger der Regierung, lag die Wahlbeteiligung nach Angaben der Kommission bei 54 bis 56 Prozent, in der Hauptstadt Bangkok dagegen nur bei 26 Prozent. Dort haben die seit Wochen demonstrierenden Regierungsgegner viele Anhänger, die die Wahl in 500 der gut 6600 Wahllokale verhinderten. In neun südlichen Provinzen konnte gar nicht gewählt werden, weil Demonstranten die Auslieferung der Wahlzettel blockierten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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