Proteste in Rom
Straßenschlachten nach Berlusconis Sieg

Nach dem Sieg von Ministerpräsident Berlusconi bei zwei Misstrauensvoten ist es in Rom zu schweren Ausschreitungen gekommen. Tausende Demonstranten zogen durch die Stadt, zündeten Autos an und zertrümmerten Schaufenster
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HB ROM. Mit gewaltsamen Protesten haben tausende Demonstranten in Italien auf die Siege des umstrittenen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi bei einem doppelten Misstrauensvotum reagiert. Sie zündeten in Rom Autos an, zertrümmerten Schaufenster und bewarfen Polizisten mit Feuerwerkskörpern, Eiern und Farbbeuteln.

Die Polizei versuchte zunächst, das Gebiet um das Parlament abzuriegeln und setzte später Tränengas gegen die Demonstranten ein. Die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ berichtete auf ihrer Website von rund 40 Verletzten.

In einigen Straßen lagen am Abend dichte Tränengas-Wolken, und zahlreiche Ladeninhaber schlossen vorzeitig ihre Geschäfte. Die Via del Corso in der Altstadt war mit Pflastersteinen und umgeworfenen Stühlen aus umliegenden Cafés übersät. Auf der Piazza del Popolo bemühten sich Feuerwehrleute, mehrere brennende Autos zu löschen.

In Palermo blockierten Studenten laut Medienberichten aus Protest gegen Berlusconi den Bahnhof und den Flughafen. In Turin gingen in der Innenstadt tausende Demonstranten auf die Straße. Auch in Genua, Turin und Bari kam es zu Protestaktionen, wie „La Repubblica“ berichtete.

Während des Misstrauensvotums im Abgeordnetenhaus war es bereits zu Handgreiflichkeiten zwischen Parlamentariern gekommen. Die Abstimmung wurde deswegen zwischenzeitlich unterbrochen. Zu den Auseinandersetzungen kam es, nachdem sich die Abgeordnete Catia Polidori, die zu den Gefolgsleuten von Berlusconis Rivalen Gianfranco Fini zählt, für den Ministerpräsidenten ausgesprochen hatte.

Berlusconi überstand das Misstrauensvotum im Abgeordnetenhaus mit hauchdünner Mehrheit und sicherte so zumindest vorerst den Fortbestand seiner Mitte-rechts-Regierung. Bereits zuvor hatte er ein Misstrauensvotum im Senat relativ deutlich gewonnen.

Kommentare zu " Proteste in Rom: Straßenschlachten nach Berlusconis Sieg"

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  • berlusconie sucht doch schon längst asyl in lybien. dort wird er von seinem spezl herzlichst empfangen;-) dann kann er auch endlich dem islam beitreten und die vielfrauenehe öffentlicher ausleben.

  • Ja,ja, die Frauen, sie lieben eben den Schwerenöter. Er ist ja auch so zum knuddeln. Und reich ist er außerdem. Wir erleben das klassische italien. Lieben wir es nicht genau aus diesem Grund: Alles a bisserl chaotisch. Forza berlusconi, forza italia!

  • Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu!
    Harry Potter übernehmen Sie.

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