Punkband
Pussy Riot verklagt Russland

Wegen angeblicher Menschenrechtsverstöße hat die Punkband Pussy Riot den russischen Staat in Straßburg verklagt. Die Klägerinnen werfen dem Staat vor, keinen fairen Prozess gehabt zu haben und gefoltert worden zu sein.
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MoskauDie drei Musikerinnen der Punkband Pussy Riot haben Russland vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagt. „Die Klage wurde nach Straßburg abgeschickt und richtet sich gegen die Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention“, sagte eine Anwältin der Gruppe, Irina Chrunowa, am Donnerstag AFP in Moskau.

Die Bandmitglieder Nadeschda Tolokonnikowa, Jekaterina Samuzewitsch und Maria Alechina waren im August wegen einer regierungskritischen Aktion gegen den heutigen Staatschef Wladimir Putin zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Nur die Strafe Samuzewitschs wurde im Anschluss an den international scharf kritisierten Prozess in eine Bewährungsstrafe umgewandelt.

Die drei Klägerinnen führen an, in ihrem Verfahren sei gegen die Rechte auf persönliche Freiheit, freie Meinungsäußerung, faire Prozessführung und das Folterverbot verstoßen worden. Die Anwälte der drei Frauen argumentieren, bei der Protestaktion, einem „Punkgebet“ vor dem Altar der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale, habe es sich um eine künstlerische und politische Darbietung gehandelt.

Sachverständige, die beauftragt waren, das bei der Aktion gedrehte Video zu beurteilen, seien im Prozess nicht angehört worden. Außerdem seien die jungen Frauen entwürdigend behandelt worden, weil sie dem Prozess eingesperrt in einen Glaskäfig beiwohnen mussten. Samuzewitsch hatte bereits im Oktober vorläufige Klage beim Menschenrechtsgerichtshof eingereicht.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Es ist richtig und nötig, dass der Fall Pussy Riot die Öffentlichkeit weiterhin beschäftigt, denn zwei der drei Frauen leben unter katastrophalen Bedingungen in einem Straflager. Was stört, ist der Titel Ihres Beitrags: die Menschenrechtsverletzungen sind in gravierender Weise passiert, das Wort "angeblich" ist deshalb unangebracht. Jürg Nyffenegger, Baden/Schweiz

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