Putins große „Bürgersprechstunde“
Russischer Präsident bietet Ex-FBI-Chef Asyl an

„Direkter Draht“ ist nicht etwa eine Spielshow im Privatfernsehen, sondern der Name von Wladimir Putins „Bürgersprechstunde“ im TV. Darin äußerte sich der russische Präsident zur Weltlage – und machte ein Angebot.
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MoskauDer russische Präsident Wladimir Putin hofft auf eine Verbesserung der angespannten Beziehungen zwischen Russland und den USA. „Wir sehen die USA nicht als Feind“, sagte der Kremlchef am Donnerstag bei seiner traditionellen Bürgersprechstunde „Direkter Draht“ in Moskau. Ohne eine konstruktive Zusammenarbeit mit Washington sei etwa im Syrien-Konflikt keine Lösung zu finden. Russland und die USA könnten auch im Bereich der Rüstungskontrolle kooperieren, sagte Putin.

Innenpolitische Kämpfe in den USA würden aber zu einer immer stärkeren Russland-Feindlichkeit führen, kritisierte er in der mehrstündigen TV-Show.

Washington und Moskau sehen das bilaterale Verhältnis auf einem Tiefpunkt. Neben den Konflikten in der Ukraine und in Syrien belasten vor allem Vorwürfe der russischen Einmischung in den US-Wahlkampf die Stimmung. Geheimdienstberichten zufolge hat Moskau aktiv versucht, die Präsidentenwahl 2016 zugunsten von Donald Trump zu beeinflussen.

In der vergangenen Woche sagte der ehemalige FBI-Chef James Comey vor dem US-Senat auch wegen Untersuchungen zu möglichen Kontakten zu russischen Regierungsstellen aus. Comey war von US-Präsident Trump entlassen worden, nachdem er mögliche Kontakte untersucht hatte. Putin bezeichnete Comey als „Verteidiger der Menschenrechte“ und bot ihm auch Asyl in Russland an. Comeys Verhalten in der Russland-Affäre unterscheide sich nicht von dem des geflüchteten Whistleblowers Edward Snowden, sagte Putin.

Das mit Spannung erwartete mögliche Treffen mit Trump beim G20-Gipfel im Juli in Hamburg kommentierte Putin nicht.

Die Bürgersprechstunde wurde live im Staatsfernsehen und im Radio übertragen, sie dauerte vier Stunden. Veranstaltungen dieser Art finden seit 2001 statt. Die Bürger konnten Fragen über eine Hotline, im Internet, per SMS und auch über eine App einreichen. Eine Frage stellte auch ein Mann aus den USA per Video. Putin hatte sich nach Angaben seines Sprechers zwei Tage lang auf die Fragestunde vorbereitet.

Im Fokus standen Fragen zu geringen Löhnen, dem Gesundheitssystem und der wirtschaftlichen Situation Russlands. Putin erklärte zu Beginn der Fragestunde, dass die Wirtschaftskrise überstanden sei. „Die Rezession ist beendet, und wir sind in eine Phase des Wachstums übergegangen“, sagte er. Das Bruttoinlandsprodukt sei inzwischen drei Quartale in Folge gestiegen. Zwischen Januar und April habe das Wachstum 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betragen, sagte Putin.

Die westlichen Sanktionen, die 2014 wegen der Ukraine-Krise verhängt wurden, würden die Lage in Russland nicht allzu stark beeinflussen, sagte Putin. Der niedrige Gas- und Ölpreis habe mehr Auswirkungen auf die russische Wirtschaft als die Strafmaßnahmen des Westens, betonte der Präsident.

Er sei auch bereit, die Gegensanktionen unter anderem auf Milchprodukte, Obst und Gemüse aus der EU zu beenden. „Wenn unsere Partner die Sanktionen aufheben, die unsere Wirtschaft betreffen, werden wir das auch tun“, sagte Putin.

Die Sanktionen hätten auch einen positiven Effekt, sagte der Kremlchef. „Wir mussten unsere Köpfe anstrengen, Talente aktivieren und uns auf Ressourcen in Schlüsselbereichen konzentrieren.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ob dieser Putin eigentlich schnallt, wie sehr er Russland schadet mit seinen Geheimdienst-Spielchen? Donald Trump mit einem Schmutzwahlkampf zu unterstützen ... Gute Güte. So etwas hatten wir damals bei Uwe Barschel, der einen Rainer Pfeiffer engagiert hat, damit er Lügen und Schmutz über den Gegner ausschüttet. Und nun werden solche Tricks von Putin mit dem Internet eingesetzt - und mit russischer Staatsknete finanziert.

    Was hat eigentlich ein normaler russischer Arbeiter davon, dass mit seinen Steuergeldern in den USA ein korrupter Immobilien-Bonze mit rechtsradikalen Ansichten zum Präsidenten gemacht wurde? Gut, der will die NATO schwächen, und die Beistandsverpflichtung auflösen. Klingt nach cleveren Machtspielchen. Das Ganze kann aber auch nach hinten losgehen, dann wird Russland komplett isoliert und Putin regiert wie Kim Jong-un.

  • Wie gut, daß es als letzten Zufluchtsort für politisch Verfolgte Russland gibt.
    Snowden, Janukowytsch u.s.w., lauter Verfolgte der Wertegemeinschaft ,hat Herr Putin großzügig aufgenommem.

  • Also, wer hier welche Geschichten erfindet, ist relativ gut belegt. Es ist Russland, das die Welt mit Falschmeldungen überschwemmt. Seit der Ukraine-Krise läuft die russische Desinformations-Kampagne auf Hochtouren. Unzählige Berichte haben dies beschrieben. Und mit Mister Big-Bullshit Trump erreicht diese Entwicklung nun einen neuen Tiefpunkt.

    Des weiteren lassen sich Fake-News als Kampagnen im Internet bestellen. Von solchen Kampagnen profitiert Trump. Ein Tagesthemen Bericht hat dies vorgestern sehr deutlich beschrieben:

    https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/nm-4355.html

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