Raketen-Zwischenfall
Georgien: Russen-Jet gab Fersengeld

Auch wenn Moskau hartnäckig mauert, ist sich Georgien mittlerweile sicher, dass es ein russisches Kampfflugzeug war, das über georgischem Territorium eine Rakete verloren hat. Sollten die Annahmen der Ermittler in Tiflis stimmen, muss sich die ruhmreiche russische Luftwaffe auf eine Menge Häme gefasst machen.

HB TIFLIS. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet am Mittwoch unter Berufung auf eine „Person mit Einblick in die georgische Untersuchung des Zwischenfalls“, der Abwurf der Rakete sei Folge des Beschusses eines russischen Kampfflugzeuges durch pro-russische Rebellen in der abtrünnigen Provinz Süd-Ossetien.

Die Aufständischen hätten den Jet offenbar versehentlich mit einer Flugabwehrrakete beschossen, woraufhin der Pilot der Su-24 die Flucht ergriffen habe. Während er versuchte, nach Russland zurückzukehren, habe der Pilot seine mitgeführte Boden-Luft-Rakete vom Typ AS-11 über georgischem Territorium ausgeklinkt, ohne sie abzufeuern. „Das erklärt, warum die Rakete nicht explodierte“, sagte die Quelle. Die 640 Kilogramm schwere Rakete zum Beschuss von Radaranlagen war am Montag auf einem georgischen Acker eingeschlagen.

Noch am Vormittag hatte der Sondergesandte des russischen Außenministeriums, Juri Popow, jede Beteilung seines Landes an dem Zwischenfall zurückgewiesen. Die russischen Luftstreitkräfte teilten mit, es habe in dem gesamten Gebiet am Montag keine Flüge gegeben. Eine Sprecherin der Rebellen in Südossetien nannte die Darstellung absurd. Der georgische Präsident Michail Saakaschwili hat die „Bombardierung“ seines Landes als „Provokation“ verurteilt und Russland beschuldigt.

Im Grenzgebiet zu Südossetien kommt es regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen georgischen Einheiten und Truppen der von Tiflis abtrünnigen Region, als deren Schutzmacht sich Moskau sieht. Die Beziehungen zwischen dem pro-westlichen Georgien und Russland sind seit langem angespannt.

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