Ranking
Neue Megastädte profitieren von der Krise

Die meisten Wirtschaftszentren der Schwellenländer sind gut durch die Finanzkrise gekommen. Nun machen sie den traditionellen Metropolen in Europa und Nordamerika die Führungsrolle streitig. Was sich in diesen Kraftzentren der nationalen und regionalen Wirtschaftsräume tut, verheißt wenig Gutes für die westlichen Industrienationen.
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FRANKFURT. Die Geschicke der Weltwirtschaft entscheiden sich in 150 Metropolen. In diesen Großstädten mit ihrem verstädterten Umland lebt zwar nur knapp ein Achtel der Weltbevölkerung, aber dort entsteht beinahe die Hälfte der Wirtschaftsleistung. Was sich in diesen Kraftzentren der nationalen und regionalen Wirtschaftsräume tut, verheißt wenig Gutes für die westlichen Industrienationen.

Der "Global Metro Monitor", den die Brookings Institution, die London School of Economics und die Alfred Herrhausen Gesellschaft, das internationale Forum der Deutschen Bank, am Dienstag zum ersten Mal vorgelegt haben, zeigt, dass sich das Wachstum während der Weltfinanzkrise von Europa und Nordamerika nach Asien und Lateinamerika verlagert hat. Zu Beginn der Erholung von der Krise hat sich diese Verlagerung sogar noch verstärkt.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Aufstieg Chinas, Indiens, Brasiliens und anderer Nationen letztlich allein im Aufstieg von deren Metropolregionen besteht", stellt der Koordinator des Forschungsprojekts, Alan Berube, von der Brookings Institution fest. Die neuen Megastädte seien Orte der Hoffnung für Millionen von Menschen, ihre Attraktivität werde weiter steigen, sagte Wolfgang Nowak, Geschäftsführer der Alfred Herrhausen Gesellschaft, der mit seinem Team die Studie unterstützt und mitfinanziert hat.

Istanbul setzt sich an die Spitze

Der "Global Metro Monitor" beinhaltet Ranglisten von 150 Ballungszentren nach ihrer wirtschaftlichen Entwicklung vor, während und nach der Weltfinanzkrise. Jeweils 50 der Zentren liegen in Nordamerika, Europa und dem Rest der Welt. Die Experten messen die Entwicklung anhand des Wachstums der erwirtschafteten Einkommen und der Zunahme der Beschäftigung.

In der Frühphase der Erholung, abgebildet durch die geschätzten Wachstumsraten von 2009 auf 2010, dominieren die Metropolen in Asien, Lateinamerika und Nahost die Rangliste. Nur das australische Melbourne vertritt die traditionellen westlich geprägten Industrieländer unter den Top 25 dieser Rangliste. Istanbul steht dank seines aktuell sehr kräftigen Wachstums auf Rang 1, obwohl es unter der Krise stark gelitten hatte.

Innerhalb Europas setzte sich während und nach der Krise die Ostverschiebung fort. Abgesehen von Istanbul am äußersten Rand Europas, schaffen es derzeit nur Krakau und Moskau unter die Top 50. Sie werden gefolgt von weiteren osteuropäischen Zentren, bevor in der zweiten Hälfte der Rangliste Österreichs Hauptstadt Wien und Düsseldorf als erste westeuropäische Stadtregionen auftauchen.

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