Reaktion auf 11. September
USA hatten Erfolg mit Keynes

In den USA haben Regierung und Notenbank mit einer keynesianischen Nachfragepolitik auf den Terrorschock reagiert. Die Regierung fuhr die Ausgaben nach oben und senkte die Steuern – das Etatdefizit explodierte.

Hatte es 2000 noch einen Überschuss in Höhe von 1,3 Prozent des BIP gegeben, klaffte drei Jahre später ein Defizit in Höhe von fünf Prozent im Etat. Noch nie zuvor in der US-Wirtschaftsgeschichte hatte es in so kurzer Zeit einen so rasanten Kurswechsel gegeben. Zugleich senkte die US-Notenbank die Leitzinsen auf ein historisch niedriges Niveau: Die Federal Funds Rate, die im August 2001 3,5 Prozent betrug, lag im Juni 2003 bei einem Prozent.

Der „Keynesianismus in Reinkultur“, wie der ehemalige WestLB-Chefvolkswirt Ulrich Hombrecher diese Politik bezeichnete, wirkte – vor allem die Mini-Zinsen stützten zusammen mit steigenden Immobilienpreisen den privaten Verbrauch in den USA. „Das war ein erzwungener Aufschwung“, sagt Hombrecher. Kurzfristig konnte diese Politik den größten anzunehmenden Unfall verhindern.

Ob das Konzept langfristig gut gehen wird, steht bis heute in den Sternen. Schließlich sind die Staatsfinanzen auf lange Sicht aus den Fugen geraten. Zusammen mit dem gewachsenen Leistungsbilanzdefizit ergibt sich für die Weltwirtschaft ein explosives Gemisch – um ihr Zwillingsdefizit finanzieren zu können, muss sich die USA massiv im Ausland verschulden. Sollten Investoren außerhalb des Landes das Vertrauen verlieren, könnte ein Dollar-Crash die Folge sein, der globale Wirtschaftsaufschwung schnell ins Stocken geraten.

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