Rebellen
Kolumbien meldet Tod des Farc-Chefs

Der Gründer und Chef der kolumbianischen Farc-Guerilla und mutmaßlich älteste Rebell der Welt, Manuel Marulanda, ist nach Angaben der Regierung in Bogotá tot. Marulandas Nachfolge an der Spitze der Linksguerilla habe der Chefideologe, Alfonso Cano, übernommen. Die Todesmeldung trifft die Farc mitten in der schwersten Krise ihrer 45-jährigen Existenz.

MEXIKO-STADT. Marulanda, alias Tirofijo, sei bereits am 26. März im Alter von 77 Jahren gestorben, sagte Verteidigungsminister Juan Manuel Santos in einem Interview mit der Wochenzeitung „Semana“. Santos beruft sich dabei auf eine Quelle, „die sich noch nie geirrt hat“. Sollte sich der Tod von Marulanda bestätigen, hätte die älteste und größte Rebellenorganisation Lateinamerikas ihre mythische Führerfigur und zudem seit Jahresbeginn das dritte von sieben Mitgliedern des engsten Führungszirkels verloren.

Zunächst unklar war, was Marulandas Tod für das Schicksal der Hunderten von Geiseln in der Gewalt der Farc, unter ihnen Ingrid Betancourt, bedeutet. Nach den Worten von Präsident Álvaro Uribe sind Teile der Guerilla bereit, die Verschleppten auf freien Fuß zu setzen.

Verteidigungsminister Santos sagte, es sei nicht geklärt, wie Marulanda ums Leben gekommen sei. Die Farc selbst behaupte, der seit langem als krank geltende Rebellenchef sei einem Herzinfarkt erlegen. „Zu dieser Zeit gab es aber auch drei massive Bombardierungen der Gegend, in der wir Tirofijo vermuteten“, so Santos.

Marulanda, der 60 Jahre seines Lebens im Widerstand zugebracht hatte, galt als das Symbol für die Langlebigkeit der Farc, die er Mitte der sechziger Jahre als kommunistische Guerilla gegründet hatte. Er war zuvor bereits mehr als ein Dutzend Mal für tot erklärt worden. Zuletzt zeigte er sich vor sieben Jahren in der Öffentlichkeit. Trotz seines Alters soll er nach Militärangaben noch immer die Fäden in der Guerilla gezogen haben. Der Ex-Guerillero und Gouverneur des Departements Narino, Antonio Navarro Wolff, sagte, Marulanda sei vor allem als Symbol für die Farc unersetzbar. Er habe den Mythos der Unverletzlichkeit der Führung der Rebellen verkörpert.

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