Rechenfehler
Steuerchaos wirkt sich auf Griechenlands Haushalt aus

Fehler bei der Verrechnung von Immobiliensteuern machen sich nun auch in Griechenlands Staatshaushalt bemerkbar. Das Krisenland musste den Primärüberschuss nach unten korrigieren. Dennoch hat Athen Grund zur Freude.
  • 2

Athen Das Steuerchaos bei den Immobilien in Griechenland macht sich nun auch im Staatshaushalt des Euro-Krisenlandes bemerkbar. Das Athener Finanzministerium wies am Freitag für den Zeitraum von Januar bis August einen Primärüberschuss von 1,951 Milliarden Euro aus. Diese Größe blendet allerdings die hohen Zinslasten aus. Anfang September hatte das Ministerium für die ersten sieben Monate noch einen Überschuss von 3,2 Milliarden Euro verkündet. Hintergrund sind Fehler der Finanzverwaltung bei der Neuberechnung von Immobilienwerten, die sich nun auswirkten. Für das Gesamtjahr wird weiter ein Überschuss erwartet.

Ein ausgeglichener Haushalt unter Berücksichtigung des Schuldendienstes ist aber noch in weiter Ferne. Der Primärüberschuss ist dennoch wichtig, weil er anzeigt, wie gut Athen bei seinen Sparbemühungen vorankommt. Die Eurogruppe hatte Griechenland bei einem Primärüberschuss Erleichterungen bei den Konditionen der gewährten Kredite in Aussicht gestellt. Beratungen dazu werden im Herbst erwartet.

Im Kampf gegen die hohe Verbindlichkeiten hat Athen mit einer Tauschaktion von Wertpapieren insgesamt 1,62 Milliarden Euro an Schulden gestreckt. Dabei wurden Papiere mit einer nur drei bis sechsmonatigen Laufzeit gegen neue Staatsanleihen mit einer längeren Laufzeit von drei bis fünf Jahren getauscht, wie das Finanzministerium am Freitag weiter mitteilte. Mit der Aktion wollte Athen von den deutlich gesunkenen Zinsen für langfristige Anleihen profitieren und Vertrauen an den Märkten zurückgewinnen.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hob unterdessen die Kreditwürdigkeit des Landes dank verbesserter Wachstumsaussichten um eine Stufe an. Die Bonitätsnote verbessere sich von „B-“ auf „B“, teilte S&P am Freitag in London mit. Nach sieben Jahren mit einer schrumpfenden Wirtschaft, dürfte das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr wieder zulegen. Dies erleichtere auch die Sanierung des Staatshaushalts.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rechenfehler: Steuerchaos wirkt sich auf Griechenlands Haushalt aus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich krieg´echt Primärüberdruss wenn ich über die Griechischen Rechenkünste lesen muss. Deshalb lass ich es lieber, sonst droht mir noch ein Herzinfarkt. Und dabei wollte ich doch noch unbedingt so alt werden, um das Scheitern dieser EU zu erleben.

  • Vielleicht sollten die Griechen sich mal Unterstützung von Seehofer holen.

    Der hatte ja bekanntlich Umschuldung mit vollständiger Tilgung der Schulden aus dem Erblastentilgungsfonds absichtlich verwechselt. Vor laufender Kamera im ZDF konnte er dann nicht mal seine eigene Aussage erläutern. Statt dessen hat er uns Steuerzahler als "Deppen" hingestellt und meinte wir würden davon nichts verstehen. Das war wohl eher umgekehrt so.


    Griechenland wäre nach Seehofers Methoden längst schuldenfrei. Und da Lampedusa ein Vorort Bayerns sein soll (Scheuer), ist Griechenland in Bayern längst eingemeindet. Fragt sich bloß, ob Bayerns Politiker jemals rechnen konnten oder das viele Weissbier sämtlich Hirnzellen in der bayrischen Staatskanzlei vernichtet hat. Intelligenz sucht man dort vergeblich. Wo hin man in der CSU auch schaut.. Dampfplauderer und Populisten!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%