Referendum am 24. April
Zyperngespräche gescheitert

Die Verhandlungen über eien Wiedervereinigung der zwei Teile Zyperns sind gescheitert - damit wird wohll nur der griechische Teil Zypern am 1. Mai Mitglied der Europäischen Union.

HB LUZERN. Bei den abschließenden Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns in der Schweiz ist am Mittwoch eine einvernehmliche Lösung nicht zu Stande gekommen. Der Führer der griechischen Zyprer, Tassos Papadopulos, weigerte sich bei den Beratungen in der Nähe von Luzern, das von UN-Generalsekretär Kofi Annan mehrfach nachgebesserte Papier zu unterschreiben. Nach gleich lautenden Berichten griechischer und türkischer Nachrichtensender sollen trotzdem am 24. April Volksabstimmungen in beiden Teilen Zyperns stattfinden.

Annan will seinen Plan für eine Wiedervereinigung der seit 30 Jahren geteilten Mittelmeerinsel, der eine Konföderation nach Schweizer Muster vorsieht, der Öffentlichkeit vorlegen. Dann soll am 20. April eine Volksbefragung unter den türkischen und griechischen Zyprern abgehalten werden. Fällt diese negativ aus, kann am 1. Mai nur der griechische Teil Zyperns der Europäischen Union beitreten.

Papadopulos erklärte, dass die griechisch-zyprische Führung die Bevölkerung informieren werde. Die Entscheidung liege beim Volk. Annan, der seit Samstag auf dem Berg Bürgenstock in die Verhandlungen selbst eingriff, versuchte in letzten Gesprächen die Spitzen der vier Delegationen, darunter den Türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan und seinen griechischen Amtskollegen Kostas Karamanlis, für seinen Plan zu gewinnen. Am Mittwochabend erklärte der Sprecher der griechisch-zyprischen Delegation, dass aus Sicht Papadopulos die Vereinten Nationen keine der jüngsten Vorschläge von griechischer Seite berücksichtigt habe.

Die griechischen Zyprer hatten nach diesen Angaben unter anderem ein größeres Territorium verlangt. Dies im Austausch dafür, dass weniger Mitglieder ihrer Volksgruppe als ursprünglich von den UN vorgesehen in das türkisch verwaltete Nordzypern zurückkehren dürfen. Umstritten waren auch Eigentumsrechte sowie die Frage, wie viele Soldaten Griechenlands und der Türkei auf Zypern künftig stationiert sein sollen.

Die EU und die USA versuchten erneut, auf beide Seiten Druck auszuüben. Laut dem griechischen Delegationssprecher telefonierte US-Außenminister Colin Powell innerhalb weniger Stunden zwei Mal mit seinem griechischen Amtskollegen Petros Molyviatis. In Brüssel rief EU-Kommissionspräsident Romano Prodi dazu auf, die Gelegenheit für eine Verständigung zu nutzen.

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