Reform des CO2-Handels
EU-Staaten wollen weniger Klimazertifikate ausgeben

Der Preis für CO2-Zertifikate in der EU ist extrem niedrig, es fehlen die Anreize für Investitionen in klimafreundliche Technik. Nun haben die EU-Staaten letzte Details geklärt, um den Zertifikatehandel zu verknappen.
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BrüsselDie EU-Staaten haben letzte Details zur Reform des kriselnden CO2-Handels geklärt. Vertreter der EU-Länder unterstützten am Mittwoch in Brüssel den Zeitplan für einen Eingriff in den Markt für CO2-Verschmutzungsrechte, wie die EU-Kommission mitteilte. Das Europaparlament könnte die Reform noch stoppen, dies gilt aber als unwahrscheinlich. Die Abgeordneten haben bis spätestens Anfang April Zeit für die Prüfung.

Viele Unternehmen in Europa müssen Lizenzen für den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) vorweisen. Diese Zertifikate können sie untereinander handeln. Der Preis der Lizenzen ist allerdings extrem niedrig, damit fehlen Anreize zum CO2-Sparen oder für Investitionen in klimafreundliche Technik.

Deshalb will die EU mit der Reform das Angebot an Zertifikaten nun zeitweise verknappen. 900 Millionen Lizenzen sollen erst zum Ende des Jahrzehnts auf den Markt kommen. Wie viele Zertifikate noch dieses Jahr vom Markt zurückgehalten werden, soll nach dem jüngsten Beschluss vom Zeitpunkt des Eingriffs abhängen. Wenn die EU bis Ende März einen Zeitplan beschließt, sollen bereits im laufenden Jahr 400 Millionen CO2-Lizenzen weniger auf den Markt kommen. Wenn eine Entscheidung bis Ende Juni fällt, fällt diese Zahl auf 300 Millionen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Reform des CO2-Handels: EU-Staaten wollen weniger Klimazertifikate ausgeben"

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  • "EU-Staaten wollen weniger Klimazertifikate ausgeben"

    Das wäre das Eingeständnis, dass die Politiker den Klimaschutz "versemmelt" haben. Haben sie zwar, aber das Eingeständnis muss sie schmerzen.

    daran war kein Wahlbürger, kein Unternehmer dran beteiligt. Das haben unfähige Politiker selbst angerichtet.

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