Regierung hält an Koalition mit USA fest
Dänemark: „Wir stehen zum Irak-Einsatz“

Nach den Drohungen von El Kaida gegen Italien und Dänemark wächst auch in Kopenhagen die Nervosität. Außenminister Per Stig Møller brach seinen Urlaub ab und rief einen Krisenstab zusammen. Er sollte die eventuelle Evakuierung von größeren Menschenmengen in der Hauptstadt vorbereiten. Gleichzeitig forderte die Polizei Bus- und U-Bahn-Fahrgäste zu erhöhter Wachsamkeit auf.

hst STOCKHOLM. In einem Bekennerschreiben hatte die Terrororganisation die Regierungen in Dänemark und Italien zum sofortigen Abzug aller Truppen aus Afghanistan und dem Irak aufgefordert. Die Drohungen wurden in Dänemark sehr ernst genommen. Der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen, der sich auf dem Weg in seinen französischen Urlaubsort befand, verurteilte in einer Presseerklärung den Terroranschlag und betonte gleichzeitig, dass „wir uns niemals beugen dürfen“. Die schnelle Reaktion der Regierung in Kopenhagen auf die Anschläge und Drohungen hat einen Grund: Das Land zählt zu den Unterstützern des Irak-Kriegs. Im Südirak sind derzeit 540 dänische Soldaten stationiert.

Erst vorgestern bedankte sich US-Präsident George W. Bush auf seinem Weg zum G8-Gipfel mit einer Stippvisite in Kopenhagen für die Unterstützung. Während des 17-stündigen Aufenthalts betonte Bush mehrfach die enge Freundschaft zwischen den USA und Dänemark und dankte seinem „Freund Anders“. Fogh Rasmussen ließ keinen Zweifel aufkommen, dass sein Land weiter an der Seite der USA stehen werde. In der Bevölkerung ist das militärische Engagement im Irak dagegen höchst umstritten. Umfragen ergaben, dass nur noch 13 Prozent der Dänen die amerikanische Außenpolitik unterstützen. Das enge Verhältnis zwischen den USA und Dänemark beurteilten ein Drittel der Dänen als unvorteilhaft für das Ansehen des kleinen Landes.

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