Regierungsbildung
Griechenlands letzte Chance

Mitten in ihrer schlimmsten Krise können sich die Griechen nicht auf eine Regierung einigen. Jetzt hängt alles vom Sozialisten Evangelos Venizelos ab. Es ist ein letzter Versuch, Griechenland vor dem Chaos zu bewahren.
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Athen/LuxemburgNach dem Scheitern von Konservativen und Radikalen Linken will der Sozialist Evangelos Venizelos heute einen letzten Versuch zur Bildung einer neuen griechischen Regierung starten. Die Erfolgschancen werden als nicht sehr hoch eingeschätzt. Die Pasok war bei der Wahl am Sonntag drittstärkste Kraft im Parlament in Athen geworden.

Sollten alle Sondierungsgespräche zur Bildung einer neuen Regierung scheitern, böte ein Treffen aller Parteiführer bei Präsident Karolos Papoulias die allerletzte Chance, Neuwahlen innerhalb von 30 Tagen abzuwenden. Falls das nicht gelingt, gilt der 17. Juni als wahrscheinlicher Wahltermin.

Der Chef des Bündnisses der Radikalen Linken (Syriza), Alexis Tsipras konnte sich am Mittwoch in getrennten Gesprächen mit dem Vorsitzenden der Konservativen, Antonis Samaras, und Sozialistenchef Venizelos nicht auf die Bildung einer Regierung mit anderen Kräften im Parlament einigen. Tsipras erklärte am Mittwoch: „Ich werde das Mandat morgen zurückgeben.“ Auch Gespräche mit dem Chef der Konservativen, Antonis Samaras, waren gescheitertet.

„Herr Tsipras will etwas völlig anderes als wir“, sagte Samaras. „Er will das Sparpaket für null und nichtig erklären. Das wird eine Katastrophe für das Land sein“, sagte der Vorsitzende der Konservativen. Seine Partei sei bereit, jede Regierung zu unterstützen - allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Griechenland im Euroland bleibe. Tsipras erklärte, er werde den Versuch zur Regierungsbildung aufgeben.

„Ich habe die Kooperation aller Parteien vorgeschlagen, die für den Verbleib im Euroland sind. Das heißt auch des Bündnisses der Linken“, sagte Venizelos. Tsipras hatte auch ihm die Bildung einer breiten Regierung angeboten, die aber alle Sparmaßnahmen auf Eis legen solle. Dies habe er abgelehnt, weil so der Bruch mit der EU drohe.

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Die EU ist alarmiert

Kommentare zu " Regierungsbildung: Griechenlands letzte Chance"

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  • Die Rolle der Verstärker

    Während dieser ach so glaubwürdige Artikel geschrieben wurde hat die EU-Kommission die nächste Tranche überwiesen. Der Herr Barroso weiß nicht was er tut.

  • "Griechenlands letzte Chance"

    Na, hoffentlich wissen das die Griechen!

    Kann gut sein, dass die eine andere Meinung über unsere "Expertise" haben, nach Lehmann, AIG, Hypo Real Estate und Co!

  • @ Beim Zeus

    wo bleiben denn heute Ihre Naziparolen. Sprechverbot von der griechischen Mutterpartei ?

    Zeus: Deck die Tische in Hellas, die Touristen stehen Schlange... Zieh Ihnen mangels ungedeckter griechischer Scheckkarten nicht gleich offen das Fell über beide Ohren....

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